„Faszination ist das Haptische“
100 Ausgaben „Eintracht vom Main“ – das ist Anlass genug, auch in der Rubrik „Stammtisch“ über Publikationen bei Eintracht Frankfurt zu sprechen. Matthias Thoma, Michael Horeni, Henni Nachtsheim und Michael Apitz haben in unterschiedlichen Formen schon an Buchprojekten der Eintracht mitgewirkt. Im Interview sprechen sie über die Faszination von Eintracht-Büchern, wie und warum der „Illustrierte Spieltagsanzeiger“ Anklang findet, wie „Stimmen der Eintracht“ und die Eintracht-Comics entstanden sind und welche Parallelen es zwischen dem Buch „Adlerträger“ und dem Bühnenstück „Adlerherzen“ gibt.

Interview: Michael Wiener
Fotos: Marc Schüler

Die Gesprächspartner

Michael Horeni (61): Geboren in Frankfurt, lebt heute in Berlin. Früher unter anderem Sportjournalist bei der FAZ. Buchautor, insbesondere Biografien (unter anderem Jürgen Klinsmann, die Boateng-Brüder, Hans-Joachim Watzke).

Henni Nachtsheim (69): Geboren in Wuppertal, aufgewachsen in Hessen. Musiker, Comedian, Schriftsteller, Schauspieler. Ehemaliger Sänger der Rodgau Monotones und Mitglied des Comedy-Duos Badesalz.

Michael Apitz (60): Maler und Comiczeichner. In Eltville geboren, heute noch immer im Rheingau zu Hause. Hat zwei Eintracht-Bücher veröffentlicht, eines davon mit Henni Nachtsheim (Adlerträger). Seit 2007 mit Unterbrechung Zeichner der Eintracht-Comics.

Matthias Thoma (53): Leiter des Eintracht Frankfurt Museums seit dessen Eröffnung im Jahr 2007. Geboren und heute noch wohnhaft in Hofheim (Taunus).

Matthias Thoma leitet das Gespräch mit einem kurzen Abriss über die Geschichte der Vereinspublikationen ein. Von handgeschriebenen Heftchen, einzeln und ebenso handschriftlich vervielfältigt, über die erste große Festschrift des Vereins zum 30-jährigen Bestehen, das erste große Fußballbuch über die Eintracht in den 1970ern des langjährigen Sportjournalisten Herbert Neumann bis hin zum ersten Buch mit historischem Anspruch, „Schlappekicker und Himmelsstürmer“ von Ulrich Matheja aus dem Jahr 1997 – eine Chronik über die Eintracht. Seither kommen immer mehr Bücher heraus – aber dazu im Interview mehr. Die erste Ausgabe der „Eintracht-Hefte“ nach dem Zweiten Weltkrieg erscheint 1950, seither gibt es regelmäßig Mitglieder- oder Stadionmagazine – später teilweise federführend von Verein (Beispiel: Diva vom Main) und Fußball AG (Spieltagsmagazine), seit Mitte 2017 zusammengefasst als Klubmagazin „Eintracht vom Main“.

Du hast wie gewohnt an den Kuriositäten in dieser Ausgabe (siehe Seiten 54 und 55) mitgewirkt. Was war die kurioseste Publikation, die Du von der Eintracht gesehen hast?
Matthias Thoma:
 Es gab mal ein Saisonbuch über die Eintracht mit dem Titel „Die Bruchlandung“ – wir waren 2001 gerade abgestiegen. Das hat keiner gekauft. Dann gab es Schriftsteller Ror Wolf, der in den 1970er Jahren tolle Fußballbücher gemacht hat. Er hat sich mit seinem Diktiergerät bei uns an den Trainingsplatz gestellt, die Rentner belauscht und es transkribiert. Wenn du dich heute an den Trainingsplatz stellst und zuhörst, dann ist das genau das Gleiche wie damals.

Was macht für Dich die Faszination von Büchern heute noch aus, in diesem digitalen Zeitalter?
Thoma:
 Die Faszination ist, dass es etwas Haptisches ist. Etwas Nachhaltiges in deinem Bücherschrank, in dem du nochmal nachschlagen kannst. Daher kam uns vom Museum auch die Idee, einen „Illustrierten Spieltagsanzeiger“ in historischem Layout zu erstellen, nachdem es das „blättche“ nicht mehr gibt. Wir wollen Sammlern, die eine Erinnerung haben möchten, ein Angebot machen. Eine gewisse Generation ist noch hilflos, wenn sie sich an nichts festhalten kann (lacht). Aber zurück zu den Büchern: Es gibt immer mehr von der Eintracht, gerade in dieser für den Verein sehr erfolgreichen Zeit. Das ist auch gut so. Dennoch habe ich manchmal den Eindruck, da hat jemand einen Mixer genommen, alle Geschichten reingetan und dann hast du ein Buch mit 50 Gründen, warum die Eintracht toll ist. Das wird dann auch verkauft, weil der Adler drauf ist. Aber nochmal, und das ist wichtig: Bücher, insbesondere Eintracht-Bücher, sind etwas Wunderbares.

Bleiben wir mal bei sehr guten Büchern über die Eintracht. Michael, Du hast zusammen mit der Eintracht „Stimmen der Eintracht“ auf den Weg gebracht, zwei Bände sind erschienen mit Geschichten aus der Ich-Perspektive von aktuellen und früheren Spielerinnen und Spielern, Trainern, Verantwortlichen sowie prominenten Fans, die auf sehr persönliche Weise über ihr Leben, den Fußball und die Eintracht sprechen. Warum ist das kein Buch, in dem Du – um im Bild zu bleiben – den Mixer benutzt hast?
Michael Horeni: 
Das ist Manufaktur, das kann man auch nicht mit KI generieren. Da gehört jahrzehntelange Erfahrung aus meiner Tätigkeit für Zeitungen dazu, in denen ich über Profifußball, Vereine und Leute berichtet habe; inklusive persönlicher Beziehungen zu den Gesprächspartnern. In den Vorgesprächen haben wir Ziele und Erwartungen abgesteckt, um dann den Raum in einer vertrauensvollen Atmosphäre zu schaffen.

Wie sind diese Gespräche abgelaufen?
Horeni:
 Man braucht Zeit. Nach 20, 30 Minuten haben die Gesprächspartner alle Dinge von sich erzählt, die sie immer wieder mal irgendwo schon gesagt haben. Wenn dann die Gespräche weitergehen, kommen sie selbst an Punkte, an denen sie vorher noch gar nicht waren. Es ist kein Zufall, dass zwei-, dreimal Tränen geflossen sind, weil es auf einmal ganz berührende Geschichten gibt und es für sie das erste Mal war, dass sie darüber sprechen konnten.

Bein, Chandler, Grabowski, Ribbeck, Feigenspan, Trapp, Freigang, Loy, Ohms, Stein und einige mehr – insgesamt treten in den zwei Bänden 24 Personen in Erscheinung. Was war für Dich das emotionalste Gespräch?
Horeni:
 Vielleicht das mit Maurizio Gaudino. Nach einer guten Stunde waren wir bei seinem Scheitern, bei der Trennung von Eintracht Frankfurt. Dann kam er auf die Rolle des damaligen Managers Bernd Hölzenbein zu sprechen, der eine ambivalente Position hatte. Holz meinte, Maurizio dürfe den Verein verlassen. Er musste dann aber doch bleiben, weil Jupp Heynckes dies sagte, und dann ist er suspendiert worden. Wenige Tage später wurde er im Fernsehstudio bei einer Sendung von Thomas Gottschalk festgenommen. Er sagte, dass er es Hölzenbein und dem damaligen Präsidenten Matthias Ohms zu verdanken habe, dass er aus dieser Situation wieder rausge-kommen ist, weil sie zu ihm gestanden haben. Holz war ein Jahr vor unserem Gespräch verstorben. Dann haben sich bei Maurizio die Gefühle verdichtet, sodass es irgendwann aus ihm rausgebrochen ist und er geweint hat. Das war sehr emotional.

„Ich könnte das auch nicht für einen anderen Verein tun. Ich mache das mit Herzblut – bin einfach erst mal Eintracht-Fan […].“
Michael Apitz über Eintracht-Comics

Um etwas andere Gefühlswelten geht es bei Euch, Michael und Henni, in Eurem gemeinsamen Buch „Adlerträger“. Wie kam es eigentlich damals zu dieser Idee?
Michael Apitz: 
Wir haben uns auf der Hochzeit von Michael Feick [ehemaliger Pressesprecher der Eintracht; Anm. d. Red.] kennengelernt. Am Ende des Abends sagte Henni: „Komm, lass uns mal was zusammen machen.“ Eigentlich der Todesstoß in jeder Beziehung.

Henni Nachtsheim: In meiner Branche heißt das so viel wie: Wir sehen uns nie wieder (lacht).

Apitz: Wir haben irgendwann einen Termin vereinbart, zusammen mit Matze. 

Nachtsheim: Wir wussten schon, dass wir ein Buch machen wollen. Zu dritt haben wir dann gebrainstormt, sind gut ins Laufen gekommen. Ich habe schon mit sehr vielen Leuten zusammengearbeitet, aber drei muss ich herausheben: Gerd Knebel bei Badesalz, Andreana Clemenz [Regisseurin bei „Adlerherzen“; Anm. d. Red.] und Michael. Das sind die drei Granden, mit denen man super arbeiten kann. Mit Michael gibt es eine sehr schöne Anekdote im Zusammenhang mit „Adlerträger“.

Bitte.
Nachtsheim:
 Wir haben noch in der Anfangsphase der Buchentstehung für den Jahreskatalog des Verlags sehr zeitnah ein Layout zum Cover gebraucht. Da habe ich Michael angerufen und er sagte: „Das schaffe ich diese Woche auf keinen Fall, so viel zu tun“, und so weiter. „Gut“, hab ich gesagt, „dann kommt der Prospekt halt ohne Cover raus!“ Zwei Stunden später schickte er einen Entwurf rüber. Sensationell.

Apitz: Erfolgsrezept unserer Zusammenarbeit ist, dass wir unsere Grenzen kennen. Er textet, ich zeichne anschließend, und in 90 Prozent der Fälle sagt Henni: Jawoll, das ist geil so. Da kam es natürlich auch schon zu lustigen Momenten.

Nachtsheim: Lilli, unsere Hauptprotagonistin, war am Anfang sechs, aber hat nach meinen Texten nicht geredet wie eine Sechsjährige. Dann habe ich Michael geschrieben, dass wir sie älter machen müssen. Er hat einfach die Beine länger gemacht. Ich musste so lachen! 

„Adlerträger“ ist vor vielen Jahren entstanden, hat aber nach den zwei Pokalsiegen immer wieder neue Auflagen erfahren und damit an Aktualität nichts eingebüßt. Brandaktuell ist zumindest seit vergangenem Jahr „Adlerherzen“, das Bühnenstück über die Eintracht. Im Mai geht’s weiter. Inhaltlich sind durchaus Parallelen zu „Adlerträger“ zu erkennen, Henni?
Nachtsheim:
 Beides kommt auch von derselben Person (lacht). Bestimmte Denkweisen in „Adlerträger“ konnte ich gut in „Adlerherzen“ übernehmen. Da waren Grundlagen dabei, es ist natürlich keine Kopie des kompletten Buchs. Bei „Adlerträger“ geht es um das kleine Mädchen Lilli Pfaff, bei Adlerherzen ist die Hauptfigur Mathilde um die 20 Jahre alt. Ich finde es immer schön, dass die Protagonisten bei den Eintracht-Storys nicht immer klassisch Jungs sind. Michael und ich haben beide Töchter, da haben wir uns für Lilli entschieden.

Henni, „Adlerherzen“ ist das erste Bühnenstück der Eintracht. Wie bist Du auf die Idee gekommen?
Nachtsheim:
 Es gibt 1.000 Bücher, 1.000 Sachen über die Eintracht. Da habe ich mich irgendwann zu Hause beim Frühstück gefragt, warum es eigentlich kein Bühnenstück von der Eintracht gibt und ob das ein anderer Bundesligist schon macht. Ich habe angefangen, Szenen zu skizzieren, ein Konzept zu schreiben, habe Fredi Bobic [damals Sportvorstand bei der Eintracht; Anm. d. Red.] – wir kannten uns schon viele Jahre – angerufen und ihm das vorgestellt. Er war begeistert. Dann musste ich die Idee beim Vorstand pitchen, ich war total nervös und habe mir fast in die Hose gemacht. Dennoch habe ich es frei vorgetragen – und offene Türen eingerannt. Als die Verträge auf dem Tisch lagen, kam Corona. Nach dem Europapokalsieg 2022 kam doch noch alles ins Rollen.

Wie bist Du zufrieden mit der Resonanz?
Nachtsheim:
 Wir sind überglücklich, waren im vergangenen Jahr 20 Mal ausverkauft. Jeder Abend ist hochemotional, weil es so toll angenommen wird. Manchmal fangen die Leute nach der Vorstellung sogar an, eigene Songs zu singen. Überragend.

Matthias Thoma kommt auch in „Adlerherzen“ vor. Matze, bist Du zufrieden, wie Deine Rolle gespielt wird?
Thoma:
 Klar. Das Schöne ist, dass Henni mich angerufen hat und gesagt hat, dass er mich nicht veräppeln wollte, sondern es eine Würdigung ist. Genau so habe ich es auch empfunden und mich total darüber gefreut.

Nachtsheim: Die Szene bekommt immer besonders viel Applaus, weil das Bühnenbild passt und der Inhalt auch nett erzählt ist.

Thoma: Seitdem kommen immer Leute zu uns und sagen, dass die Walze jetzt nicht mehr im Museum wäre. „Die hat doch der Henni jetzt“. Stimmt nicht, sie ist nachgebaut.

Das Stück wird in diesem Jahr auch in der Jahrhunderthalle gezeigt.

Nachtsheim: Ich liebe diese Halle und freue mich sehr darauf. Und es ist Frankfurt! [Das Stück wurde bislang ausschließlich in Dreieich gezeigt; Anm. d. Red.]

Michael, Bücher und Bühnenstück über Eintracht Frankfurt haben ihre Faszination, Comics aber sicherlich auch. Seit fast 20 Jahren zeichnest Du für und über die Eintracht. Warum macht Dir das so viel Spaß?
Apitz:
 Das frage ich mich auch manchmal (lacht). Ich war immer Fan, aber nie so stark wie zum Beispiel Henni. Ich fand die Eintracht toll, hatte auch mal einen kleinen Fanclub, mit dem wir von Walluf [im Rheingau; Anm. d. Red.] aus zu den Spielen gefahren sind. So richtig ‚gefunkt‘ hat es mit der Eintracht erst, als mich Michael Feick fragte, ob ich Comics über die Eintracht im Stadionmagazin zeichnen möchte. Michael hat mich richtig mitgezogen, wir hatten großen Spaß zusammen. Ich könnte das auch nicht für einen anderen Verein tun. Ich mache das mit Herzblut – bin einfach erst mal Eintracht-Fan und leide mit, in zweiter Linie bin ich Comic-Zeichner. Meine Motivation ist immer noch aus dem Fantum heraus, nicht wegen der Kohle. Aber es wird nicht einfacher.

Warum?
Apitz:
 Wir machen mittlerweile seit zehn Jahren das Adlergebabbel. Manchmal gibt es Spiele, zu denen uns aufgrund der sportlichen Situation nichts einfällt. Aber meine Hauptmotivation ist das Herzblut für diesen Verein, mit dem ich es halte und leide. Ich bin zwei Tage schlecht gelaunt bei einer Niederlage und zwei Tage top gelaunt bei einem Sieg. Nur so kannst du den richtigen Nerv beim Zeichnen treffen. Genau so ist es bei Henni mit seinem Bühnenstück. Er muss nicht überlegen, wie er was inszeniert, wie sich ein Eintracht-Fan fühlt und was die prägenden Geschichten dieses Vereins sind. Als Fan weiß er das natürlich. 

Matze brauche ich als den Mann, der mit rund zwei Dutzend anderen Fans 1993 in Dnipro war und das Museum aus der Taufe gehoben hat, natürlich gar nicht nach seiner Nähe zur Eintracht zu fragen. Michael, Du bist gebürtiger Frankfurter. Könntest Du „Stimmen der Eintracht“, den Namen entsprechend adaptiert, für einen anderen Verein machen?
Horeni:
 Ich wusste, dass diese Frage kommt (lacht).

Nachtsheim: Dann konntest Du Dich vorbereiten (lacht).

Horeni: Ich bin bewusst auf Eintracht Frankfurt zugegangen, weil meine persönliche Verbindung am stärksten ist zu dieser Stadt und zu diesem Verein und es Leute im Verein gibt, die dafür offen sind. Ich weiß, wie die Leute in Frankfurt ticken und bin dem Verein nah, auch wenn ich mittlerweile in Berlin lebe. Das ist unglaublich wichtig. Bei anderen Vereinen habe ich nicht das Gefühl für die dazugehörige Stadt, da könnte ich so ein Projekt nicht machen. Auch wenn es natürlich neben der Eintracht Vereine mit toller Historie und legendären Spielern gibt, wo das funktionieren würde. Mit diesem Buch wollte ich auch wieder Nähe schaffen zu den Menschen, denn über die Medien gibt es viel Oberflächliches. Die Fans bekommen eine Seite von den Protagonisten, die sie noch nie gesehen haben.

Nachtsheim: Ich finde das Buch toll, mit ganz anderen Aspekten und Perspektiven als in den anderen Büchern. Zum Beispiel bei Uli Stein. Die Geschichte nimmt auf einmal eine Wendung, die der Leser so nicht erwartet hatte. Es gibt Magazine, in denen man ausführliche Interviews findet. Aber das geht eine Stufe weiter, genau wie Du es vorhin erklärt hast. Ich kenne das von mir selbst: Wenn jemand an dir sehr interessiert ist und das Gespräch zu einem Punkt kommt, an dem du auspackst, nach dem Motto, zwei Schichten sind abgekratzt und wir gehen noch eins drunter, ist das etwas Besonderes. Das muss auch der Fragesteller können, das ist eine Leistung. Ich habe noch nicht alle Kapitel gelesen, freue mich aber immer, wenn ich das nächste angehe.

Horeni: Uli Stein ist genau so ein Beispiel, wo es von Gespräch zu Gespräch immer tiefergehender wurde. Er wollte gar nicht erzählen, dass sein Vater in der SS war – hier hat er es dann doch getan.

„Ich finde das Buch toll, mit ganz anderen Aspekten und Perspektiven als in den anderen Büchern.“
Henni Nachtsheim über „Stimmen der Eintracht“

Eine Lobeshymne von Henni Nachtsheim, der kürzlich das Buch „Eintracht Frankfurt: Eine Liebeserklärung“ herausgebracht hat, auf „Stimmen der Eintracht“ von Michael Horeni; Matthias Thoma hat den „Illustrierten Spieltagsanzeiger“ und ganz frisch das Jahrbuch des Museums am Start und Michael Apitz bringt vielleicht irgendwann einen Sammelband zu seinen Comics heraus: Es geht also immer weiter mit Publikationen. Weiter geht es auch auf dem Platz, und zum Schluss hoffen wir auf Eure Expertise, was die aktuelle sportliche Situation betrifft. Wie ist Eure Gefühlslage aktuell [das Gespräch wurde vor Ostern geführt; Anm. d. Red.]?
Nachtsheim
: Ich glaube tatsächlich, dass wir da landen, wo wir jetzt sind. Ich glaube nicht, dass wir nochmal oben angreifen, dafür hätten wir das Spiel gegen St. Pauli gewinnen müssen. Für was Platz sieben reicht, werden wir sehen. Aber ich muss auch mal sagen, das habe ich auch in meinem Buch geschrieben: Ich denke immer noch gerne an 2018 zurück, als nach dem DFB-Pokalsieg Matze väterlich den Arm um mich legte und sagte: „Selbst wenn wir jetzt absteigen, das reicht mir für die nächsten 50 Jahre” (lacht). Sollten wir Neunter werden, dann ist es halt einfach mal so. Dann greifen wir mit diesem coolen Spanier nächstes Jahr an.

Thoma: Ich schaue immer zehn Jahre zurück und vergleiche das. Vor zehn Jahren haben wir Niko Kovac geholt und uns über die Relegation gerettet. Da sind wir zum Glück weit weg von. Ich glaube, wir werden uns wieder fürs internationale Geschäft qualifizieren.

Horeni: Die Top Sechs sind zu stabil, um sie nochmal anzugreifen. Daher werden wir eher Siebter als besser. Diese Champions-League-Saison mit dem noch relativ neuen Modus und diesen Gegnern hat bei der jungen Mannschaft viel Energie und Konzentrationsfähigkeit gezogen, da wäre Platz sieben bei dieser außergewöhnlichen Saison mit einer solch außergewöhnlichen Belastung völlig in Ordnung.

Apitz: Ich hoffe natürlich das Bestmögliche, halte es aber nicht für ausgeschlossen, dass wir Achter oder Neunter werden. Wir müssen uns offensiv noch steigern, dann werden wir auch wieder geile Spiele sehen. Ich hoffe, dass wir bald wieder dort anknüpfen, wo wir beispielsweise beim 5:1 gegen Galatasaray spielerisch waren.

Nachtsheim: Wir kommen aus einer negativen Serie, jetzt ist zumindest die Defensive stabilisiert. Sollten wir uns nicht für die internationalen Wettbewerbe qualifizieren, rocken wir die Liga nächstes Jahr.