„Glorreiche Zeiten, traurige Tage“: Unter diesem Motto berichtet die „Eintracht vom Main“ über historische Ereignisse und Themen rund um das Eintracht-Museum.
Glorreiche Zeit
Am 16. Juli dieses Jahres wäre Alfred Pfaff 100 Jahre alt geworden. Welchen Stellenwert der Ehrenspielführer und das Ehrenmitglied bei der Eintracht hat, zeigt die Adresse des Sportleistungszentrums am Riederwald: Alfred-Pfaff-Straße 1. Über 300 Spiele mit über 100 Toren in der Oberliga hat Pfaff bestritten, darunter unter anderem eines mit einem Viererpack binnen 26 (!) Minuten. Es war der 1. April 1951, als Pfaff in den Minuten 43, 50, 60 und 69 bei einem Gegentreffer von 3:0 auf den Endstand von 7:1 gegen den BC Augsburg stellte. 75 Jahre ist dies nun her, diese Sternstunde von Eintrachts 54er-Weltmeister, der auch Tore in der Endrundeauf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft 1959 beisteuerte.
Ein trauriger Tag
Ebenfalls Deutscher Meister 1959 ist Richard Kreß. Der 30. März 1996 war ein trauriger Tag, denn Kreß verstarb im Alter von 71 Jahren an den Folgen eines Herzleidens. „Die Nachricht passte zum Tage der Turbulenzen am Main. Der traurige Abschied von einem Spieler, der für die ruhmreichste Epoche der Eintracht stand, färbte die Gemütslage beim Bundesligaverein noch dunkler ein. Der große Name ruft glanzvolle Zeiten in Erinnerung in einer Phase, in der die Frankfurter am Tiefpunkt sind“, schrieb Steffen Haffner in einem bewegenden Nachruf in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). An jenem Tag verschärf- te sich die miserable sportliche Situation der Eintracht durch eine 0:2-Niederlage gegen Mönchengladbach, nach der Trainer Karl-Heinz Körbel noch am selben Tag seinen Trainerstuhl räumen musste. Doch zurück zu Kreß. Der „Blitz von Horas“ aus dem Stadtgebiet Fuldas wechselte 1953 von dort zur Eintracht und blieb bis 1964. So erlebte er 38-jährig noch die Gründung der Bundesliga, in der er der älteste Debütant sowie der älteste Torschütze der Eintracht war. Er wurde Deutscher Meister und spielte 1960 das Jahrhundertspiel gegen Real Madrid – nachdem er den Spielball sicherte und später an das Museum gab. Eine Geste, für die ihm das Eintracht-Museum noch heute dankbar ist!
Zeitreise
Ralf Falkenmayer ist gebürtiger Frankfurter und spielte mit kurzer Unterbrechung satte 17 Jahre für die Eintracht. Zwischen 1984 und 1986 trug er ein Trikot mit Portas auf der Brust, ein ebenfalls in der Mainmetropole „geborenes“ und mittlerweile seit fast 50 Jahren in Dietzenbach ansässiges Unternehmen. Abgebildet ist hier ein Matchworn-Trikot von Falkenmayer aus dieser Zeit.
Zu sehen ist dieses Trikot inklusive der Geschichte dazu im Buch „Das Eintracht Frankfurt Trikot“, eine Zeitreise durch 125 Jahre Eintracht-Trikotgeschichte auf 256 Seiten. Erhältlich ist die zweite Auflage im Eintracht-Fanshop!
Der Jüngste
Die Eintracht stellte mit Richard Kreß nicht nur für viele Jahre den ältesten Torschützen der Bundesligahistorie, sondern mit Jürgen Friedl auch den jüngsten Spieler. Am 20. März 1976 kam der damals 17 Jahre und 26 Tage alte Friedl in Zeiten, in denen kaum A-Junioren eingesetzt wurden, zu seinem ersten von drei Bundesligaspielen. Als etatmäßiger vierter Torwart brachte ihn Dietrich Weise in der 64. Minute in Hannover für Peter Kunter (Foto). Friedl war fast 30 Jahre der jüngste Akteur der Bundesligahistorie, bis ihn Nuri Sahin vom BVB ablöste. Später arbeitete Friedl über Jahrzehnte bei … der Firma Portas, siehe Trikot links!
Die Rückkehr …
… in die Bundesliga feierte im April 1986 die Eishockey-Mannschaft der Eintracht. Nach einem Bundesliga-Intermezzo 1968/69 verbrachten die Adlerträger die folgenden Jahre zumeist in der Oberliga, ehe die neue Eissporthalle am Ratsweg 1981 für einen Aufschwung sorgte. Nach vier Jahren in Liga zwei wurde 1986 wieder die höchste deutsche Spielklasse erreicht. 40 Jahre später ist das Frankfurter Profi-Eishockey bei den Löwen beheimatet, die sich Ende Februar in jener Eissporthalle mindestens ein weiteres Jahr Zugehörigkeit zur Deutschen Eishockey-Liga sicherten. Die Kufencracks der Eintracht sind unterdessen in der Hessen- und Landesliga unterwegs.
Museums-Jahrbuch erhältlich
Das Eintracht-Museum hat wieder ein umfangreiches Jahrbuch erstellt. Auf 150 Seiten findet sich ein Rückblick auf viele Veranstaltungen und Ereignisse des vergangenen Jahres, Berichte über die Neugestaltung des Museums und den Umzug ins neue Vereinsarchiv. Der Schwerpunkt liegt im Zuge der WM in Nordamerika im Sommer zudem auf dem Thema Weltmeisterschaften. Das Jahrbuch ist direkt im Museum erhältlich und kostet fünf Euro.