„Hatte immer zu viel Energie“
Nach einer schwierigen Phase in seiner noch jungen Karriere kann Junior Nhampule nun wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen: der Torejagd. Der Angreifer der B-Junioren feierte im Februar nach langwierigen Verletzungen sein Comeback, sammelte zuletzt seine ersten Minuten bei der U19 und entschied sich obendrein für einen langfristigen Verbleib bei Eintracht Frankfurt.

Text: Alessandro Crisafulli
Fotos: Patrick Pfordt, Luca Weigand

Es war nur eine kleine Unachtsamkeit, eine unglückliche Bewegung im Sprint – mit ungeahnten Folgen. Ein unangenehmes Ziehen im Knie, doch, wie Junior Nhampule schildert, „im ersten Moment war es für mich nichts Schlimmes. Ich hatte keine Schmerzen und konnte sogar weiterspielen.“ So geschehen beim Regionalauswahlturnier in Grünberg im Herbst 2024. Die Tragweite dieses Augenblicks wurde dem Jungadler erst rund 24 Stunden später bewusst, erinnert er sich: „Am nächsten Tag wurde mein Knie dick und ich merkte, dass etwas nicht stimmt.“ Die Diagnose Kreuzbandriss traf den gebürtigen Bad Kreuznacher im ersten Moment hart. Doch in Selbstmitleid wollte der Angreifer damals nicht verfallen – im Gegenteil: „Ich habe mir gesagt, dass ich niemals aufgeben und nach Rückschlägen immer zurückkommen werde. So habe ich mich damals motiviert, und so mache ich das auch heute noch“, verrät Junior Nhampule.

Rund ein Jahr arbeitete der heute 17-Jährige an seinem Comeback. Dabei konnte er nicht nur auf die Unterstützung von Familie und Freunden zählen, sondern zog daraus selbst Motivation und richtete den Blick direkt wieder nach vorn: „Ich habe versucht, die Verletzung positiv zu sehen und als Chance, mich in bestimmten Bereichen zu verbessern“, erläutert er und fährt fort: „Man kann auch an sich arbeiten, wenn man nicht auf dem Platz stehen kann, zum Beispiel an der Athletik.“ Für diesen Fleiß belohnte sich das deutsche Sturmtalent, dessen Eltern aus Mosambik stammen, mit einem Comeback nach Maß und traf im Herbst 2025 gegen den 1. FC Erlensee nach Einwechslung zum entscheidenden 3:2-Siegtreffer. „Es war ein sehr schönes und erlösendes Gefühl, weil es mir gezeigt hat, dass sich die harte Arbeit während der Reha ausgezahlt hat,“ erinnert er sich.

„Wenn ich zum Beispiel in der Stadt unterwegs bin, sehe ich überall Eintracht Frankfurt.“

Seit Sommer 2023 trägt der schnelle und physisch starke Stürmer, der über die SGK Rumpenheim, den FC KV Mühlheim und Kickers Offenbach den Weg an den Riederwald fand, nun schon den Adler auf der Brust. Eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut: „Ich komme ja auch aus der Region – und die Eintracht ist hier einfach der beste und größte Klub“, so Junior Nhampule, der erklärt: „Wenn ich zum Beispiel in der Stadt unterwegs bin, sehe ich überall Eintracht Frankfurt. Deswegen bedeutet es mir sehr viel, mit dem Adler auf der Brust aufzulaufen und es erfüllt mich auch mit Stolz.“ 

Stolz, den er nun auch längerfristig empfinden darf. Denn erst kürzlich bekannte sich Junior Nhampule zum Verein, er wird auch in den kommenden Spielzeiten im Eintracht-Trikot auf Torejagd gehen. Auch diese Entscheidung fiel dem 17-Jährigen, der bereits auf zwei Länderspiele für den DFB-Nachwuchs zurückblicken kann, leicht. „Zum einen ist mir die Nähe zu meiner Familie wichtig. Zum anderen habe ich bei der U19 mit Alex Meier einen Trainer, der selbst Stürmer war. Ich kann sehr viel von ihm lernen, deshalb ist es auch sportlich die beste Entscheidung. Ich freue mich sehr, meinen Weg hier am Riederwald fortzusetzen.“

Er selbst sieht seine Stärken vor allem in Eins‑gegen‑eins‑Situationen, zudem sei er ein Mentalitätsspieler, der immer alles für die Mannschaft gebe, so der Jungadler. „Außerdem habe ich eine gewisse Energie, die ich mitbringe“, verrät er – und gerät dabei ins Schmunzeln. „Ich hatte schon immer zu viel Energie. Auch schon als Kleinkind. Die musste ich irgendwie loswerden und habe deshalb schon früh mit dem Fußballspielen angefangen“, erinnert er sich.

Bevor der Angreifer im Sommer fest den Schritt in die U19 vollzieht, durfte er im Frühjahr bereits Minuten für die A-Junioren sammeln, um sich an die kommenden Herausforderungen heranzutasten. Für Junior Nhampule, den vor einigen Monaten ein Schlüsselbeinbruch zu einer weiteren Pause zwang, ist es ohnehin erst einmal wichtig, wieder ein gewisses Leistungsniveau zu erreichen. „Ich kann jetzt endlich wieder Spiele über längere Distanzen machen und komme langsam in Richtung meiner Bestform“, so seine Einschätzung. Durch seine ersten Einsätze bei den A-Junioren sei die Vorfreude auf die kommende Zeit umso größer: „Ich möchte auch bei der U19 künftig so erfolgreich wie möglich sein und mit der Mannschaft in allen Wettbewerben gut performen. Dafür werde ich immer alles geben und versuchen, meine bestmögliche Leistung auf den Platz zu bringen.“

Junior Nhampule

       Geburtsdatum: 6. Januar 2009

       Position: Mittelsturm

       Jahrgang: U17

       Adlerträger seit: 2023

       Fußballerisches Vorbild: Anthony Martial

       Ritual vor dem Spiel: Beten

       Lieblingssportart abgesehen von Fußball: Rugby