Vom Kneipensport in die Bundesliga
Beim Wort Tischfußball kommen den meisten sofort Bilder von klassischen Kickertischen in der Kneipe in den Sinn, an denen sich doch jeder oder jede schon einmal im Kurbeln und Treffen versucht hat. Dabei hat sich Tischfußball mittlerweile sogar zu einer professionellen Sportart mit eigenem Regelwerk und Wettkampfsystemen gemausert. Auch bei Eintracht Frankfurt können Fans der Sportart diese schon seit zehn Jahren ausüben.
Seit dem ersten Kickertisch-Patent vor über 100 Jahren verbreitete sich der Sport auf der ganzen Welt und eroberte bereits viele Sportlerherzen. Besonders in Deutschland wurde Tischfußball schnell populär. Die Gründung des Deutschen Tischfußballbundes (DTFB) ließ mit Start im Jahr 1969 nicht lange auf sich warten. In der Folge etablierte sich Tischfußball immer weiter, was Mitte 1990 auch in die Entstehung der Deutschen Tischfußball Bundesliga mündete. 2002 folgte schließlich die Gründung der International Table Soccer Federation (ITSF) durch acht internationale Verbände. Heute sind 63 Länder aus vier verschiedenen Kontinenten Mitglied der ITSF.
Ligensystem
In Deutschland gibt es ein etabliertes Ligensystem, das dem Fußball ähnelt. An der Spitze steht die Bundesliga bestehend aus 20 Herrenteams, die pro Saison an sechs Tagen aufeinandertreffen, um den Meister zu ermitteln. Die Damen-Bundesliga ist mit 14 Teams etwas kleiner. Darunter folgt die 2. Bundesliga, in der ebenfalls 20 Teams spielen. Die besten drei steigen direkt auf, während die letzten drei in die niedrigere Spielklasse absteigen. Bei den 14 Damen-Mannschaften gilt dasselbe Prinzip. 2023 feierte die 3. Bundesliga Premiere, bei der an zwei Wochenenden im Jahr zwölf Teams aufeinandertreffen, um die Aufsteiger zu bestimmen. Ergänzt wird das Ligensystem seit vergangenem Jahr durch die Regionalliga, welche in die drei Staffeln Nord, Mitte und Süd unterteilt ist. Neben dem Ligabetrieb spielt die deutsche Meisterschaft eine zentrale Rolle. Aufgeteilt in Damen, Herren, zwei Senioren- und vier Junioren-Kategorien sowie in Einzel, Doppel und Mixed treten die Tischfußballerinnen und Tischfußballer gegeneinander an. Qualifizieren können sie sich über die Landesmeisterschaften der 13 Regionalverbände oder über die deutschen Ranglisten. Die Siegerinnen und Sieger vertreten den deutschen Tischfußballbund bei der Weltmeisterschaft, die alle zwei Jahre stattfindet.
Regelwerk
Die Abläufe und Regeln beim Tischfußball sind seit 2005 im internationalen Regelwerk der ITSF festgehalten. Ziel einer Partie ist es, drei Gewinnsätze für sich zu entscheiden – ein Spiel umfasst also maximal fünf Sätze. Um zu gewinnen, brauchen die Spielerinnen oder Spieler mindestens zwei Tore Vorsprung oder das entscheidende achte Tor. Während des Spiels gibt es klare Zeitlimits: Der Ball darf maximal 10 Sekunden auf der 5er-Reihe und 15 Sekunden auf den anderen Reihen gehalten werden. Dabei zählen die Torwart- und die Abwehrstange als eine. Überschreitungen des Zeitlimits gelten als Foul. Während des Spiels dürfen zwei Time-outs von maximal 30 Sekunden genommen werden. Der Münzwurf vor Beginn des Spiels entscheidet, wer auf welcher Seite des Tisches spielt und wer von beiden zuerst Aufschlagsrecht hat. Dauerkurbeln ist absolutes Tabu und zählt wie jedes Bewegen, Schieben oder Anheben des Tisches als Foul. Wird eine Spielerin oder ein Spieler gefoult, darf diese oder dieser entscheiden, ob aus der aktuellen Position weitergespielt oderder Ball an der 5er-Reihe neu aufgelegt wird. Nach wiederholten Fouls kann nach einer Verwarnung ein Strafstoß verhängt werden.
Wenn sich die Spielerinnen und Spieler nach dem ersten Satz entscheiden, die Seiten zu wechseln, dann müssen sie nach jedem Satz wechseln, anderenfalls gibt es während des Spiels keinen Seitenwechsel.