Ein Jahrzehnt Tischfußball
Zehn Jahre lang hat Pia Merbach den Tischfußball bei der Eintracht geprägt – nun übergibt sie die Verantwortung an Daniel Lerchenmüller. Sie blickt zurück auf ein Jahrzehnt voller Erfolge, Entwicklungen und Rückschläge.

Zum Tischfußball kam Pia durch ihren Vater, gegen den sie sich in ihrer allerersten Partie geschlagen geben musste. Trotz der Niederlage fand sie schnell Gefallen an dem Sport und machte sich auf die Suche nach einem Verein. Dabei stieß die Frankfurterin auf eine Gruppe Männer, die den 1. TSC Frankfurt „aus dem Wohnzimmer heraus“ gegründet hatten. Dort spielte Pia für einige Zeit, bevor sich die Gruppe fragte: Weshalb gibt es bei Eintracht Frankfurt eigentlich keinen Tischfußball?

Deutschlandweite Regeländerungen im Jahr 2016 für alle Tischfußballgruppen ebneten schließlich den Weg dafür. Diese Regeln besagten nämlich, dass alle Vereine, in denen Tischfußball gespielt wird, offiziell eingetragen sein müssen. Zwei Frankfurter Vereine, die zuvor nicht eingetragen waren, fusionierten daraufhin zur Eintracht. Die 30 Mitglieder konnten somit direkt durchstarten, weil sie die Startplätze der bisherigen beiden Vereine übernahmen, was die Teilnahme an der Bundesliga sicherte. Das war der Startschuss für die Sportart bei Eintracht Frankfurt.

Zehn Jahre später sind die Adlerträger aber nicht nur in den Ligen stark vertreten, auch im Individualsport gab und gibt es zahlreiche Spielerinnen und Spieler, die mit dem Adler auf der Brust zu internationalen Turnieren fahren. Auch Pia gehört dazu, die nicht nur als Teil des Bundesligateams an den Start geht, sondern auch für die Nationalmannschaft. Seit sie mit dem Kickern begonnen hat, spielt sie fast jedes Jahr bei der Weltmeisterschaft – dabei gibt es ihr ein besonderes Gefühl, den Verein zu vertreten. Und Pia ist nicht die einzige Eintrachtlerin, die Erfolge feiert. Auch in den Nationalmannschaften der Herren und der Senioren sind Adlerträger vertreten, die bereits viele deutsche und internationale Titel gewonnen haben. Bei den Juniorinnen machte bisher vor allem Eileen Hehner auf sich aufmerksam: 2025 gewann sie beim World Cup der U19-Juniorinnen die Goldmedaille und sichert sich in diesem Jahr den deutschen Meistertitel.

Pia Merbach: Sportliche Leitung bis 2026, Bundesliga- und Nationalspielerin

Der bislang größte Erfolg der Tischfußballerinnen: der Sieg in der Champions League. Genau wie die Herren- und die Seniorenmannschaft im Jahr zuvor konnten sich die Adlerträgerinnen 2019 gegen die anderen Klubs durchsetzen und den Pokal mit nach Hause bringen. Heute zieren die drei großen Pokale neben vielen weiteren den Tischfußballraum in der Niddahalle. Angefangen hat alles in einem Nebenraum eines Bowlingcenters, dann kam der Umzug nach Nied, wo die Spielerinnen und Spieler sich vorerst einen Raum mit den Dartspielerinnen und Dartspielern teilten. Stand heute haben sie ihr eigenes Reich mit zahlreichen und unterschiedlichen Tischfußballtischen, einer Theke und einer Streamingecke. Dort trainieren sie nicht nur miteinander, sondern empfangen jede Woche Spieler aus ganz Deutschland, um sich in einem Turniermodus zu messen.

Pia, die die vergangenen zehn Jahre Tischfußball bei der Eintracht intensiv betreut hat, übergibt ihr Amt nun aufgrund ihres Studiums an Daniel Lerchenmüller. Trotzdem möchte die 37-Jährige weiterhin aktiv bleiben und Aufgaben übernehmen. Denn mitzuerleben, wie ihr Herzensprojekt weiterwächst, erfüllt sie mit Stolz.