Alles Gude …
… Tony Yeboah

Ein Zusammenschnitt seiner wichtigsten und schönsten Tore für Eintracht Frankfurt würde es auch in jeden Saisonrückblick der Eintracht zwischen 1990 und 1994 schaffen. Satte 99 Tore (in nur 227 Partien!) gelingen ihm in Bundesliga und Relegationspartien zusammengenommen, seine Quote in internationalen Partien (33 Spiele, 20 Tore) und im DFB-Pokal (25/13) ist sogar noch besser. Anthony Yeboah, einer der erfolgreichsten Torschützen der Eintracht-Historie und heutiger Botschafter, feierte am 6. Juni seinen 60. Geburtstag.

Yeboah hat die Eintracht geprägt und hatte schon Einfluss, da hat er noch gar nicht am Main gespielt – als er in der Relegation 1989 für Saarbrücken gegen die Eintracht trifft. Manager Klaus Gerster spricht nach dem Spiel mit Yeboah. Dieser muss noch seinen Vertrag erfüllen, kommt dann 1990 nach Frankfurt. Er bleibt bis Januar 1995 und wird bis dahin 89 Tore in 156 Spielen schießen. Zweimal wird er Torschützenkönig, 1993 und 1994. Yeboah ist damals Symbolfigur des Fußball2000, als körperlich präsenter und abschlussstarker Stürmer, er ist athletisch, dynamisch und ein echter Torjäger. Sein Gegner in den Relegationsspielen und späterer Mitspieler Karl-Heinz Körbel sagt: „Er hatte Waden wie Beton. Du konntest ihn treten, wie du wolltest – er hat gar nicht reagiert.“ Der Ghanaer wurde 1994 der erste afrikanische Kapitän in der Bundesliga. Er wurde überall geliebt – aber nirgends so innig wie in Frankfurt.

Diese Liebe gibt Yeboah noch heute zurück. „Wenn ich in Frankfurt bin, fühle ich mich immer zu Hause. Hier habe ich mein Leben begonnen“, sagte er im Interview für „Stimmen der Eintracht“, in dem er im ersten Teil (erschienen 2024) auch über die Schattenseiten seines Lebens spricht. Wie er in einer armen Familie in Ghana aufgewachsen ist. Wie seine Eltern sich mühten, mit den insgesamt acht Kindern über die Runden zu kommen. Wie er rassistisch beleidigt wurde und es im Stadion hingenommen hat; Randbemerkung: Daraus ist mit „Anthony Sabini“ einer der berühmtesten Sketche des hessischen Comedy-Duos Badesalz entstanden. Wie er von der Eintracht suspendiert wurde, die Geschichte um den damaligen Trainer Jupp Heynckes und die ebenso ausgebooteten Mitspieler Maurizio Gaudino und Jay-Jay Okocha. „Er ist wie ein großer Bruder für mich, ich habe viel von ihm gelernt“, sagte Okocha kürzlich in einem Interview mit der Eintracht.

In Ghana hat Anthony Yeboah vor vielen Jahren ein Hotel gegründet, er lebt in seiner Heimat „ein ruhiges Leben“, wie er sagt. Der Kontakt zur Eintracht ist nie abgebrochen, insbesondere zu Rainer Falkenhain und Karl-Heinz Körbel. Yeboah lief vor einigen Jahren auch mal in der von Körbel geleiteten Traditionsmannschaft auf. Am Geburtstag telefonierten beide miteinander, es soll nicht der letzte Einsatz gewesen sein.

 

… Miloš Janeček

Eine Turnlegende bei der Eintracht hat am 31. Mai ihren 80. Geburtstag gefeiert: Miloš Janeček! Seit mehr als fünf Jahrzehnten prägt er die Turnabteilung von Eintracht Frankfurt – als Trainer Organisator, Mentor und vor allem als Mensch. Generationen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen haben bei „Papa Miloš“ geturnt und Gemeinschaft erlebt. Seit 1971 ist Janeček Mitglied der Eintracht und engagiert sich bis heute mit unermüdlichem Einsatz für den Verein.

Geboren wurde Miloš Janeček in Prag und kam schon früh mit dem Sport in Berührung. Als Sohn einer Sportlerfamilie war er bereits als Kleinkind Dauergast in der Turnhalle und schaffte später selbst den Sprung in den Jugendnationalkader der damaligen Tschechoslowakei. 1968 veränderte der Prager Frühling sein Leben grundlegend, wodurch für den damals 22-Jährigen eine Welt zusammenbrach. Gemeinsam mit dem Zuspruch seines Vaters entschied er sich zur Flucht. Über Schweden und die Schweiz führte ihn sein Weg schließlich nach Deutschland und später zur Eintracht.

Seitdem trainiert er Kinder, Jugendliche, Senioren sowie Breiten- und Leistungssportler, organisiert Veranstaltungen, unterstützt Baumaßnahmen und prägt das Vereinsleben wie kaum ein anderer. Für viele Generationen war und ist Miloš Janeček weit mehr als ein Trainer. Mit seiner offenen und herzlichen Art wurde „Papa Miloš“ zu einer wichtigen Bezugsperson für zahlreiche Kinder und Jugendliche, die er förderte und denen er Werte für ihr späteres Leben mit auf den Weg gab. Bis heute ist die Eintracht für Miloš eine Heimat geblieben: „Wenn man auf so schwerem Weg etwas erreicht, dann hält man das fest. Ich halte an der Eintracht fest. Das ist meine Heimat.“

Die Eintracht-Familie gratuliert Miloš Janeček ganz herzlich zu seinem 80. Geburtstag!