Van Lent, Storch, Süle und Charly
Wenn’s mal kurios wird! In 25 Jahren Eintracht Frankfurt Fußballschule gab es sicherlich einige skurrile Momente und Anekdoten zum Schmunzeln – oder einfach nur Erlebnisse oder Veranstaltungen, die einmalig waren. Die „Eintracht vom Main“ hat sechs davon ausfindig gemacht.

Text: Michael Wiener
Fotos: Martin Ohnesorge, Timo Jaux, privat

1 Foto-Angebot

Joachim Storch ist aus den Camps der Fußballschule nicht mehr wegzudenken. Seit fast 20 Jahren fotografiert er die Kids, macht Porträtaufnahmen, fängt sportliche wie lustige Szenen ein und ist mit seiner stets humorvollen, bescheidenen und professionellen Art mit einem prächtigen Schuss Lockerheit eine Bereicherung für jeden Camptag. Doch wie kam er eigentlich zum Job des Haus- und Hoffotografen der Fußballschule? Der Redaktion liegt exklusiv ein geheimes Dokument vor, das erste Angebot Storchs. Per Post in die Mörfelder Landstraße 362 verschickt, handschriftlich unterschrieben und bearbeitet von Maureen Rodrigues vom Team der Fußballschule, die das Schreiben an Barbara Wuschek, damals für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Fußballschule zuständig, weiterleitete. Dass offensichtlich erstmal kein Interesse bestand – Schwamm drüber, Storchi ist heute immer da!

2 34 aus 2.000

Rund 2.000 (!) Kids bewerben sich 2004 um 34 Plätze für das Talenttraining der Fußballschule, bei dem seinerzeit Einheiten bis zu dreimal pro Woche für die auserwählten Neun- bis Zwölfjährigen angeboten werden. Unter ihnen auch der neunjährige Noah Michel aus Stockheim in der Wetterau. Sein Traum: Natürlich eines Tages für die Eintracht spielen. Michel schafft es, verbringt einige Zeit in der Jugend am Riederwald und kommt später in Regensburg zu seinen ersten Profieinsätzen. Heute spielt der inzwischen 31-Jährige allerdings eher gegen die Eintracht – vor einigen Jahren mit dem FC Gießen im freundschaftlichen Vergleich gegen die Profis, in der vergangenen Saison mit seinem aktuellen Klub Türk Gücü Friedberg in der Hessenliga gegen die U21. Funfact passend zum Jubiläum: Michel hat 25 Bundesligatore für Eintrachts Jugendteams erzielt, sein erstes in der U17 gegen den VfB Stuttgart unter dem damaligen Cheftrainer und heutigen Fußballschulenmitarbeiter Uwe Bindewald!

3 Ansage

Karl-Heinz Körbel ist Gründer, Macher und der kluge Kopf hinter der Fußballschule. Der Rekordbundesligaspieler ist immer ehrgeizig, sei es auf dem Platz mit der Traditionsmannschaft oder neben dem Platz als Leiter „seiner“ Fußballschule. 2009 sagte er in einem Interview: „Bevor nicht der erste Junge aus der Fußballschule bei den Profis in der Bundesliga aufläuft, höre ich nicht auf.“ Körbel ist zwar auch mit 71 Jahren nimmermüde, kann aber hinter dieses Thema einen Haken machen. Erwiesenermaßen Bundesliga gespielt hat Niklas Süle, der gebürtige Frankfurter, der seine ersten Schritte bei Rot-Weiß Walldorf machte und zu dieser Zeit ein Camp der Fußballschule besuchte. Bei Hoffenheim, den Bayern und dem BVB kickte Süle im deutschen Oberhaus. Mission erfüllt!

4 Mal-Zeit bei Charly

BILD-Aktion zur Fußball-WM der Frauen 2011, und da ist, Original-Titel, „Mal-Zeit bei Charly“. Junge Mädchen waren aufgerufen, mit Buntstiften oder Wasserfarben Bilder und Beiträge für die WM zu zaubern. So entstand quasi das erste reine Mädchencamp. Heute gehören diese selbstverständlich zum Standard-Angebot der Fußballschule. Damals dabei und mit großem Foto in der BILD-Zeitung: Dana-Marie Möll vom SKV Obbornhofen, die sich die Nationalmannschaft zum Ziel gesetzt hatte. In ihrem Profil finden sich heute immerhin jede Menge Spiele in der Hessenliga für mittelhessische Klubs.

5 Jungbrunnen

2005 hält die Fußballschule ihr Sommercamp in Neu-Isenburg ab. Mit dabei: André aus Kilianstädten, einer der jungen Teilnehmer, und Arie van Lent als Stargast aus dem Profikader. Mit seinen 34 Jahren gehört der niederländische Torjäger schon zu den älteren Semestern. Der kleine André sieht das aber anders und verpasst dem Profi kurzerhand eine Verjüngungskur: „Du siehst aus wie 24!“ Zehn Jahre jünger also, bescheinigt ihm der Nachwuchs. So schnell fällt man in einen Jungbrunnen.

6 Auf dem Bodensee
On Tour war die Fußballschule schon gefühlt in der halben Welt. Da kommt es auch gerne mal zu einer sogenannten Teambuilding-Maßnahme. Hier auf den Bildern: Oka Nikolov, Karl-Heinz Körbel, Rudi Bommer und Fotograf Joachim Storch (siehe Punkt 1) unterwegs auf dem Bodensee im Rahmen des Camps in Langenargen. Steuermann Storch, ausgestattet mit Bootsführerschein, checkt die Wetterlage, der 1. Offizier Bommer hat alles im Griff. Doch die eigentliche Überraschung wartete an Land. In Langenargen taucht plötzlich Karl-Heinz Körbels ehemalige Klassenlehrerin auf und hat einige Geschichten aus der Schulzeit des Fußballschulenchefs im Gepäck! So wurde aus Fußballschule „on Tour“ unverhofft eine kleine Zeitreise zurück in Körbels frühe Lebensjahre.