Die Eintracht-Familie trauert

Markus Beierle
*2. Juni 1972, † 14. Juli 2026

Markus Beierle ist am 14. Juli im Alter von 54 Jahren überraschend verstorben. Zweimal stieg der frühere Stürmer mit der Eintracht in die Bundesliga auf und hatte daran jeweils seinen Anteil. Im Januar 2003 von Hansa Rostock an den Main gewechselt, trug Beierle mit sechs Toren und drei Vorlagen in 15 Rückrundeneinsätzen der Saison 2002/03 zur letztlich dramatischen Rückkehr (6:3 gegen Reutlingen, Beierle stand in der Startelf) ins deutsche Oberhaus bei. In der Bundesliga kam der zweimalige Deutsche Jugendmeister mit dem VfB Stuttgart (jeweils mit einem Treffer in den Endspielen 1989 und 1990) in der Saison 2003/04 als Stürmer 20 Mal zum Zug, doch den erneuten Gang in die Zweite Bundesliga konnten er und seine Kollegen nicht abwenden. Die abermalige Korrektur folgte auf dem Fuß, am letzten Spieltag machte die Eintracht mit Beierles Treffer zum 3:0-Endstand gegen Burghausen den erneuten Aufstieg perfekt.

Nach diesem Erfolg zog es den in der Nähe von Heilbronn geborenen zweifachen Familienvater zu Darmstadt 98 und zwei Jahre später nach Bad Vilbel zum SC Dortelweil, wo er mittlerweile unweit des Sportplatzes wohnte. Dort ging seine Karriere – mittlerweile in der Defensive agierend – nach einem Jahr über zum Spieler- und später zum Cheftrainer. Die erste Männermannschaft feierte unter seinen Fittichen die größten Erfolge der Vereinsgeschichte. 2019 endete seine Zeit dort, es sollte die einzige Cheftrainerstation Beierles bleiben. Beim SCD freuten sie sich über einen geselligen, zielstrebigen und eloquenten Vollblutsportler (unter anderem Mountainbiken und Skifahren), der nach dem Abschlusstraining donnerstags gerne zu den Letzten gehörte, die das Sportgelände verließen. Der gelernte Zerspanungsmechaniker, der nach seiner Profikarriere auch Sportlehrer war, schulte später zum Reiseverkehrskaufmann um und arbeitete bis zuletzt in einem Reisebüro. Damit machte er wie schon beim Fußball sein nächstes großes Hobby zum Beruf.

Dr. Josef Wolf
*9. Februar 1938, † 29. Juni 2026

Der ehemalige Spieler und Präsident der Eintracht Dr. Josef Wolf ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Ende der 1950er Jahren war Josef Wolf bei der Eintracht ein talentierter Außenstürmer, nach seiner sportlichen Karriere hat er sich im Verein in verschiedenen Ämtern engagiert. Er war Geschäftsführer, Vizepräsident, Schatzmeister, er arbeitete im Wahlausschuss und Aufsichtsrat mit und saß einst sogar als Vertretung mit auf der Trainerbank. In vereinspolitisch turbulenten Zeiten war Dr. Josef Wolf im November 1988 einige Tage Präsident der Eintracht. Wolf nahm am Vereinsleben bis zu seinem Tod aktiv teil. Präsident Mathias Beck sagt: „Josef Wolf hat die Eintracht über 70 Jahre aktiv begleitet und sich immer für den Verein eingesetzt. Wir verlieren einen Macher ‚alter Schule‘.“

Klaus Lötzbeier
*27. Dezember 1939, † 21. Juli 2026

Klaus Lötzbeier verstarb am 21. Juli im Alter von 86 Jahren. Die Nachricht sorgte sowohl am Riederwald als auch im ProfiCamp für große Traurigkeit. Viele Mitarbeitende erinnern sich voller Hochachtung an Lötzbeier, der bei der Eintracht mehr als ein Vierteljahrhundert in verantwortungsvollen Positionen tätig war – und für Sportler, Angestellte und Fans immer ein offenes Ohr hatte. Als er im Januar 2015 auf eigenen Wunsch seine letzte Mitgliederversammlung als Präsidiumsmitglied der Eintracht beendet hatte, berichtete er im Anschluss im kleinen Kreis: „Ich weiß die Verantwortung für den Verein in guten Händen und kann mich guten Gewissens zurückziehen.“ Und das tat er dann auch. Lötzbeier, der vom Verein für sein Lebenswerk zum Ehrenmitglied ernannt wurde, war keiner, der das Privileg von Freikarten ausnutzte; bei Spielen im Deutsche Bank Park traf man ihn nur selten an. Er verfolgte seine Eintracht mit ungebrochenem Interesse und besuchte Veranstaltungen, aber in der ersten Reihe tauchte er nicht mehr auf. Vielmehr konzentrierte er sich auf sein Studium an der „Universität des 3. Lebensalters“, wo er sich mit viel Begeisterung mit Hirnforschung und Neurologie beschäftigte. Zu seinen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen hielt er stets Kontakt, auch zum Präsidium. „Einige Tage nachdem ich bei der Mitgliederversammlung 2024 zum Präsidenten der Eintracht gewählt wurde, bekam ich einen handgeschriebenen Brief von Klaus“, erinnert sich Eintracht-Präsident Mathias Beck. „Er gratulierte mir zur Wahl und wünschte mir viel Glück für meine Aufgabe.“

Reiner Schäfer
*23. Dezember 1944, † 12. August 2026

Die Nachricht vom Tod Reiner Schäfers sorgt bei der Eintracht für Betroffenheit. Schäfer ist infolge eines schweren Verkehrsunfalls im Alter von 81 Jahren verstorben. Seit Anfang 1991 war Reiner Schäfer am Riederwald Geschäftsführer von Eintracht Frankfurt e.V.. Während seiner Amtszeit intensivierte er den Kontakt zu den aktiven Fans im Verein. Die Eintracht spielte den Fußball2000, zur Meisterschaft sollte es aber nicht reichen. Nach der entscheidenden Niederlage in Rostock 1992 reiste Reiner Schäfer mit den trauernden Fans im Sonderzug zurück nach Frankfurt; eine Geste, die ihm innerhalb der Eintracht-Familie viel Anerkennung einbrachte. Nach der Saison beendete er sein berufliches Engagement bei der Eintracht, dem Verein blieb er als Mitglied und zeitweise auch Verwaltungsratsmitglied treu. 2015 kandidierte Schäfer für das Amt des Präsidenten von Eintracht Frankfurt e.V., seine Kandidatur gegen den amtierenden Präsidenten Peter Fischer zog er kurz vor der Abstimmung zurück.