Vom Riederwald an die Spitze Nordafrikas
Frankfurt, Casablanca, Tunis und wieder zurück – was wie eine Abenteuerreise klingt, ist für Mariam Kichouh mittlerweile Normalität. Seit fast zwei Jahren ist die 15-jährige Offensivspielerin der Eintracht Teil der marokkanischen Nationalmanschaft. In diesem Jahr gewann sie mit der Auswahl den U17-Nordafrika-Cup. Im Gespräch erzählt die Adlerträgerin von ihrer Motivation, der Nationalmannschaft und ihrem Weg bei der Eintracht.
Mariam Kichouh
— Geburtsdatum: 23. Februar 2011
— Position: Mittelfeld
— Adlerträgerin seit: 2024
— Lieblingslied in der Kabine: Mouvais Djo – Maladie
— Erstes Fußball-Trikot: Lionel Messi / FC Barcelona
Mit einem breiten Lächeln kommt Mariam Kichouh an diesem warmen Sommertag auf die Sportanlage am Riederwald. Kein Wunder, denn die Sommerferien für die U17-Juniorin der Eintracht, die aktuell die 10. Klasse besucht, sind wahrscheinlich deutlich anders verlaufen als jene ihrer Mitschüler. Mit der marokkanischen Nationalmannschaft gewann Mariam das U17-UNAF-Turnier, die Nordafrikameisterschaft der weiblichen Nachwuchsmannschaften. Schon die Nominierung verlief wohl etwas anders als sich der Fußballfan das vorstellt: „Ich hätte eine E-Mail vom zuständigen Scout bekommen sollen“, erklärt sie lachend, „die habe ich allerdings nicht gesehen. Plötzlich rief mich meine Trainerin an, gratulierte mir euphorisch. Ich war erstmal im Schock, bis ich verstanden hatte, was hier gerade passiert. Danach habe ich mich sehr gefreut, es direkt meinen Eltern erzählt. Das war ein sehr schönes Gefühl.“
Also geht Mariam das Abenteuer an und fliegt allein von Frankfurt nach Casablanca, wo der Verband sie in Empfang nimmt. „Ich war schon sehr aufgeregt. Über die Zeit vorher hatten sich allerdings schon echte Freundschaften entwickelt. Weil wir alle aus verschiedenen Ländern und Kontinenten kommen, habe ich einige auch echt vermisst.“ Angesprochen auf die Erfahrungen im Turnier, kommt ihr direkt ein Moment in den Sinn: Das späte 4:3-Siegtor im Finale gegen die Gastgeberinnen aus Tunesien. „Das war einfach krass, alle sind aufs Feld gerannt und haben gefeiert, ein unfassbar schöner Moment, den ich nie vergessen werde“, resümiert die Adlerträgerin.
Mit Blick auf ihre bisherige Laufbahn in Verein und Nationalmannschaft wird vor allem ein Motto deutlich: Sich immer wieder durchzusetzen. Schon in der Kita spielte Mariam Fußball, danach bei der SG Riederwald und der SKG Sprendlingen. Fast immer gegen Jungs, fast immer gegen Ältere. „Gegen Jungs zu spielen ist immer ein bisschen anders, die sind meistens körperlich etwas überlegen, etwas größer“, erklärt Mariam spürbar kämpferisch. „Aber man gewöhnt sich daran und wächst damit. Ich hätte am liebsten noch länger mit Jungs gespielt.“
Seit gut zwei Jahren spielt Mariam Kichouh nun für die Eintracht im Frauenbereich. Ihre Ziele richten sich dabei mehr auf das Team als auf sie persönlich: „Klar mag ich es sehr, selbst ein Tor zu schießen. Das beste Gefühl ist es aber, der Mannschaft zu helfen.“ Ein konkretes Ziel lässt sich der Offensivspielerin jedoch trotzdem entlocken. Mit einem kleinen Grinsen antwortet sie: „Den DFB-Pokal in dieser Saison holen. Das traue ich uns schon zu.“ Ihr Fokus liegt allerdings im Hier und Jetzt, auf dem Auftakt mit der U17. „Wir kennen uns im Kern schon länger und pushen uns jeden Tag gegenseitig. Deshalb habe ich ein gutes Gefühl, was die kommenden Spiele angeht”, verdeutlicht sie zum Abschluss des Gesprächs.