Fußball,
Familie, ein Tag in Mailand
Das Team hinter dem Team ganz persönlich. In unserer Rubrik
Teamwork gibt’s spannende Einblicke in die Jobs der Staffmitglieder. Heute:
Christian Peintinger
Co-Trainer
So alt bin ich: 59
Ich bin aufgewachsen in: Graz
Das liebe ich an meiner Heimatstadt: Alle meine
Verwandten und Freunde wohnen dort. Graz ist nicht allzu groß und eher ruhig,
das genieße ich.
Mein Stammplatz im ProfiCamp: Das wird der
Fußballplatz sein, beziehungsweise das Büro.
Ich arbeite bei der Eintracht seit: Juli 2026 und
vorher schon von 2018 bis 2021.
Das habe ich gelernt: Ich habe die Matura gemacht
[Schulabschluss in Österreich, vergleichbar mit dem deutschen Abitur; Anm. d.
Red.] und dann mit einem Studium begonnen. Das habe ich allerdings nicht zu
Ende geführt.
Das ist meine Jobbeschreibung: Dies ist ein bisschen
schwierig, weil es sehr vielfältig ist. Es beginnt von der Analyse bis zur
Trainingsplanung, geht über Standards und individuelles Training bis hin zum
Mannschaftstraining. Es gibt bei uns keine klare Aufteilung, jeder macht eigentlich
alles.
Das ist wichtig in meiner Position: Grundsätzlich
sollte man Ahnung vom Fußball haben, das heißt Fachkompetenz. Weil man mit
Menschen zu tun hat, ist die Menschlichkeit ein entscheidender Gesichtspunkt.
Bei Spielern und allgemein im Leben sollte man Ehrlichkeit mitbringen, manchmal
bin ich vielleicht auch zu ehrlich. Zudem ist Loyalität gegenüber meinem
Cheftrainer sehr wichtig.
So sieht ein Trainingstag der Mannschaft für mich aus:
Es beginnt in meinem Büro mit dem Trainingsplan und der Analyse. Dann geht es
weiter mit dem Training auf dem Platz. Es folgen, wieder im Büro, die Analyse
des Trainings beziehungsweise die Besprechungen der individuellen Analyse mit
dem Staff und den Spielern. Dann geht es weiter mit der Gegneranalyse. Das
bedeutet, den Gegner, gegen den wir als nächstes spielen, und unser eigenes
Spiel zu analysieren. Abschließend folgt die Trainingsplanung für den nächsten
Tag.
So sieht mein Heimspieltag aus: Wir treffen uns im
ProfiCamp, bereiten die Spieltagsbesprechung vor, gehen dann Mittag essen.
Danach fahren wir mit dem Bus zum Stadion und dort gibt’s den normalen Ablauf:
Warm-up, Spiel, Heimfahrt.
So sieht eine Auswärtsreise für mich aus: Es hängt
davon ab, ob wir einen Tag früher oder am Spieltag anreisen. Oft ist vorher
nochmal Training, dann Anreise zum Spiel, vielleicht Übernachtung oder die
direkte Anreise. Danach läuft alles ab wie beim Heimspiel: Vorbereitung der
Spieltagsbesprechung, Warm-up, Spiel und hoffentlich ein kurzer Heimweg.
Das Beste an meinem Job: Ich liebe schon mein ganzes
Leben lang den Fußball und habe meine Leidenschaft zum Beruf machen können. Das
ist das Schönste. Eine tolle Sache ist zudem, mit den Spielern zu arbeiten und
sie weiterzuentwickeln. Wenn man dann Fortschritte sieht oder in ein paar
Jahren schaut, wo sie schlussendlich spielen, ist das eine wunderbare
Bestätigung. Das gefällt mir, es hält mich jung – egal ob es die Mode ist oder
die Musik der Jungs. Man kriegt viel von deren Leben mit und versteht sie auch
besser. Was auch überragend in Frankfurt ist: dass man vor dem Stadion
trainieren darf.
Dieser Spieler ist der Musterspieler in meinem Bereich:
Jemanden herauszunehmen wäre unfair gegenüber den anderen. Was ich sagen kann:
Wir haben eine super Gruppe, die menschlich für mich schwer in Ordnung ist, die
aber auch sehr professionell arbeitet. Das sind eigentlich alles
Vorzeigeprofis.
Auf diese sportliche Leistung (nicht zwingend im Fußball)
bin ich stolz: Ich bin stolz, dass ich eine intakte Familie habe. Dass ich
mit meinen Kindern eine super Beziehung habe, obwohl sie schon erwachsen und
ausgezogen sind. Dass ich immer noch dieselbe Frau habe wie vor 40 Jahren. Dass
ich ein Umfeld habe mit meiner Familie, wo es passt, das macht mich schon sehr
stolz. Sportlich bin ich sehr dankbar für meinen Werdegang im Profifußball.
Das mache ich für mein Leben gerne: Als Österreicher
natürlich Skifahren, das mache ich seit meiner Kindheit. Ich verbringe gerne
Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Und wenn ich mal Pause vom Fußball
habe, möchte ich einfach gar nicht mehr viel nachdenken und nichts tun; das ist
auch mal okay.
Wenn ich mich nicht mit der Eintracht beschäftige, tue
ich das am liebsten: Mit meiner Familie und meinen Freunden Zeit
verbringen.
Mein Eintracht-Moment: Als Cheftrainer mit der
Eintracht in Mailand gegen Internazionale 1:0 zu gewinnen.