„Eintracht und HSV ähneln sich“

Zusammen 115 Jahre in der Bundesliga, zusammen bei jedem Heimspiel knapp 117.000 Zuschauer – und nun zwei Duelle mit nur etwas mehr als 119 Stunden Abstand: Die beiden Traditionsvereine Eintracht Frankfurt und Hamburger SV treffen am 27. Oktober im DFB-Pokal und am 1. November in der Bundesliga aufeinander. Die Eintracht vom Main hat aus diesem Anlass mit drei Adlerträgern gesprochen, die allesamt eine Vergangenheit beim HSV haben: Uwe Bein, Mia Büchele und Sonny Kittel. Das Trio spricht über herbe Niederlagen und Zuschauerrekorde im Volksparkstadion, verpasste Aufstiege, den Einfluss der Medien, die Mannschaft von Adi Hütter kurz nach Saisonstart und die Ausgangslage vor den beiden Duellen.

Interview: Michael Wiener

Fotos: Harald Friedrich

 

Die Gesprächspartner

 

Uwe Bein (66): Spielte von 1989 bis 1994 bei der Eintracht und war in dieser Zeit dreimal der beste Vorlagengeber in der Bundesliga. Stand davor zwei Jahre beim HSV unter Vertrag. Schoss in 300 Bundesligaspielen für Offenbach, Köln, HSV und die Eintracht 90 Tore. Wurde 1990 mit Deutschland Weltmeister (vier Einsätze, ein Tor), kommt insgesamt auf 17 Länderspiele. Der passionierte Golfspieler lebt heute in Bad Hersfeld und ist Botschafter der Eintracht.

 

Sonny Kittel (33): Wechselte im Alter von sechs Jahren zur Eintracht, durch lief die komplette Jugend (Deutscher U17-Meister 2010) und debütierte bei den Profis als 17-Jähriger. Insgesamt 54 Spiele für die Eintracht bis zu seinem Wechsel nach Ingolstadt 2016. Nach drei Jahren an der Donau folgten vier Spielzeiten beim HSV. Beendete im vergangenen Jahr seine Profikarriere, spielt heute mit seinem Bruder Sammy beim SV Bauerbach in der Gruppenliga und in der Eintracht-Tradi.

 

Mia Büchele (23): Seit Sommer 2026 Spielerin bei Eintracht Frankfurt U20, davor zweieinhalb Jahre beim HSV mit Aufstieg in die Bundesliga. Aufgewachsen in Riedlingen an der Schwäbischen Alb, ausgebildet beim SC Freiburg, Bundesligadebüt im Alter von 16 Jahren. Vor dem Wechsel zum HSV im Februar 2024 zwischenzeitlich ein halbes Jahr nach Basel verliehen (Januar bis Juni 2023). Funfact: Hat im ersten Zweitligaspiel in dieser Saison eine Ecke direkt verwandelt.

 

 

Uwe, was verbindest Du mit den Duellen Eintracht Frankfurt gegen den HSV? Wie sind Deine Erinnerungen an die Spiele, Du hast sie auf beiden Seiten erlebt?

 

Uwe Bein: Ich habe im HSV-Trikot gegen die Eintracht immer gut gespielt, auch einige Tore geschossen. Wie es umgekehrt war, weiß ich nicht mehr so genau. Wir haben auch mal mit der Eintracht 0:6 verloren.

 

Das ist Dir mit dem Klub von der anderen Mainseite auch passiert …

 

Bein: Das stimmt, aber wir waren Aufsteiger mit Offenbach und wir hatten in Hamburg keine Chance. Ich glaube, wir sind in der ersten Halbzeit nicht einmal über die Mittellinie gekommen. Wir haben auch noch gegen den Wind gespielt und das war schon sehr krass. Aber in Erinnerung bleibt natürlich das Spiel, wo wir mit der Eintracht 0:6 verloren haben, obwohl wir zur Halbzeit nur 0:1 zurück lagen und das Spiel unbedingt drehen wollten. Uns wurde dann vorgeworfen, dass wir gegen den Trainer gespielt haben, aber das war völliger Blödsinn. Jörg Berger ist danach dennoch entlassen worden.

 

Auf welche Spiele blickst Du hingegen positiv zurück?

 

Bein: Im Jahr zuvor haben wir mit der Eintracht gegen den HSV gewonnen. Nach dem Spiel sind Dietmar Beiersdorfer und Harald Spörl in Frankfurt geblieben und wir haben uns einen schönen Abend gemacht. Das wollten wir dann ein Jahr später wiederholen, aber dann … 0:6 (lacht).

 

Sonny, Du hast vier Jahre beim HSV gespielt, 140 Spiele gemacht und bist von Verletzungen weitgehend verschont geblieben – im Vergleich zu Deiner Zeit bei der Eintracht, als Dir unter anderem zweimal das Kreuzband gerissen ist. Wie sind Deine Erinnerungen an den HSV?

 

Sonny Kittel: Eine besondere Zeit war es auf jeden Fall. Es hat sich damals auch etwas zwischen mir, den Fans und der Stadt entwickelt. Ich glaube, das können alle bestätigen. Es ist eine wunderschöne Stadt, aber auch ein toller Verein. Ich habe es immer ein bisschen mit der Eintracht verglichen. Von der Dimension des Vereins sowie von der Wucht der Fans ähneln sich die Eintracht und der HSV sehr. Dementsprechend war es für mich immer etwas Besonderes, dort zu spielen. Ich konnte mich total mit dem Klub identifizieren. Auch wenn es mit den Aufstiegen immer sehr, sehr knapp war, besonders in der Relegation. Es war trotzdem eine positive und schöne Zeit für mich.

 

Uwe, wie haben Dir die zwei Jahre beim HSV geholfen, um dann nach Deinem Wechsel zur Eintracht nach wenigen Monaten im Alter von 29 Jahren Nationalspieler zu werden?

 

Bein: Felix Magath hat mich damals zum HSV geholt. Das Problem war, dass ich in einer Zeit gekommen bin, in der es sehr schwer war, sich einzufinden, da sich schon eine eingeschworene Gruppe in der Mannschaft gebildet hatte. Zudem kam mit Josip Skoblar ein neuer Trainer, der schon im November wieder entlassen wurde. Dann kam Willi Reimann, der mit mir eigentlich nichts zu tun haben wollte. Aber wie es im Fußball so ist, auf einmal war ich wieder in der Mannschaft, habe eine sehr gute Rückrunde und dann auch Saison 1988/89 hingelegt, sodass ich in den Kader der Nationalmannschaft gekommen bin. Daran sieht man mal, wie schnell sich in der Karriere alles verändern kann.

 

Mia, Du hast beim HSV den Aufstieg miterlebt und im Volksparkstadion als Zweitligist im DFB-Pokal vor über 50.000 Zuschauern gegen Bremen gespielt. Wie war es für Dich beim HSV?

 

Mia Büchele: Ich kann Sonny nur zustimmen, für mich war die Zeit sehr besonders. Ich habe eineinhalb Jahre in der Zweiten Liga gespielt und wir sind gleichzeitig mit den Männern aufgestiegen. Wir haben dann alle gemeinsam gefeiert, am Rathaus. Das war schon der krasseste Tag meines Lebens, es war wie ein Fiebertraum. Das angesprochene DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bremen war ebenfalls unvergesslich. 57.000 Zuschauer, damals Zuschauerrekord bei einem deutschen Frauenfußballspiel, ausverkaufter Volkspark. Das kann man gar nicht beschreiben. Ich hatte überall Gänsehaut. Es war auf jeden Fall außergewöhnlich und ich bin froh, dass ich den Aufstieg miterleben durfte.

 

Bein: Ich weiß nicht, wann wir mal vor 57.000 Zuschauern gespielt haben, als ich so alt war (lacht). Im Waldstadion waren damals auch mal 14.000 Zuschauer, da konntest du jedem Einzelnen zuwinken (lacht). Zum Volkspark: Wenn du einen Abschlag gegen den Wind gemacht hast, ist der Ball stehen geblieben.

 

Kittel: Das hat Horst Hrubesch auch immer erzählt, dass der Wind im alten Volksparkstadion ein großer Nachteil war. Nun haben sie das neue Stadion wohl so gedreht, dass das kein Problem mehr ist.

 

Dann dürfte das am 27. Oktober kein Faktor mehr sein. Sonny, wenn man mit dem HSV zweimal in der Relegation gescheitert ist und vier Jahre dort war, fiebert man da noch mit und wünscht aus der Ferne die Rückkehr in die Bundesliga?

 

Kittel: Ja, sicher. Ich bin zwar Eintracht Junge, aber Hamburg ist mir schon ans Herz gewachsen. Das verfolgt man auf jeden Fall.

 

Mia, 13 Jahre war der HSV nicht in der Frauen-Bundesliga. Mit den Frauen spielen wir im November ebenfalls gegen den HSV. Welchen Stellenwert hat der Frauenfußball beim HSV?

 

Büchele: Der Frauenfußball beim HSV hat eine riesige Entwicklung und Veränderung hinter sich. Wir waren für das Training und den Spielbetrieb nur noch im Volkspark, hatten immer eine solide Zuschauerzahl, auch im Vergleich zu anderen Mannschaften aus der Liga. Wir haben uns gefreut über die vielen Fans, auch bei unseren Auswärtsspielen.

 

Was hat Dich bewogen, zur Eintracht zu wechseln?

 

Büchele: Am Ende war es leider einfach zu wenig Spielzeit für mich beim HSV. Be sonders in meinem Alter ist Spielpraxis sehr wichtig und diese hatte ich beim HSV gegen Ende nicht mehr genug. Mit Kim Fellhauer habe ich in Freiburg zusammengespielt, so kam der Kontakt zustande.

 

Eure Mannschaft stand gerade besonders im Blickpunkt, unsere Torhüterin Sophia Winkler hat nach 574 Tagen ihr Comeback gefeiert. Fast die ganze erste Mannschaft war da. Was war das für ein besonderes Ereignis auch für Euch?

 

Büchele: Es war sehr besonders. Ich kenne Sophia schon von der U-Nationalmannschaft, wir haben dort zusammen die EM gespielt. Ich fand es mega cool, einfach den Tag mit ihr zu erleben. Auch die vergangenen Wochen haben wir uns ab und zu getroffen und auf den Tag zusammen hingefiebert. Es war auf jeden Fall sehr schön, sie auf dem Platz zu sehen, und auch cool, dass so viele von der ersten Mannschaft da waren. Ich glaube, ihr hat es auch sehr viel bedeutet.

 

Hast Du eigentlich schon ein Spiel der Männer im Deutsche Bank Park gesehen?

 

Büchele: Noch nicht, aber das kommt hoffentlich noch.

 

Dann fragen wir erst mal Uwe und Sonny. Wie habt Ihr die ersten vier Bundesligaspiele vor der Länderspiel pause erlebt.

 

Bein: Wir haben vier Punkte zu wenig. In allen drei Spielen, die wir nicht gewonnen haben, war mehr drin. Gegen Freiburg hatte ich das Gefühl, dass die letzten 20 Minuten die Luft raus war. Das war in den vergangenen Jahren immer die Stärke der Eintracht. Auch das Publikum hat mehr Stimmung gemacht und die Mannschaft am Ende nach vorne gepeitscht, das ist positiv. Natürlich muss sich die Mannschaft noch einspielen und es ist zu früh für einen Ausblick.

 

Sonny, was machen wir mit den fünf Punkten aus den vier Spielen?

 

Kittel: Ich sehe das ähnlich. Alle Gegner waren Gegner, die man als Eintracht Frankfurt schlagen will und muss, vor allem wenn man international spielen will, auch mit Blick auf die kommenden Spiele gegen Leipzig, Dortmund und Bayern München. Es ist erst der Anfang der Saison, aber man hat bereits gesehen, dass das Potenzial und die Qualität da sind, um Spiele zu gewinnen. Die Mannschaft muss sich noch finden. Ich bin aber positiv, dass Adi Hütter der richtige Cheftrainer dafür ist.

 

Uwe, wie siehst Du als ehemaliger Mittelfeldspieler unsere Spieler dort?

 

Bein: Can Uzun und Ritsu Doan sind zwei Spieler, die nach vorne alle Freiheiten haben müssen, um entscheidende Aktionen bringen zu können. Vielleicht haben die Wechselgerüchte im Sommer Can etwas aus dem Rhythmus gebracht, das ist aber jetzt vorbei. Man sieht, dass er alle Qualitäten hat, die ein guter Mittelfeldspieler braucht. Er ist torgefährlich und stark im Dribbling, macht aber manchmal zu wenig und kann auch seine Körpersprache nach Ballverlust und Auswechslungen verbessern. Er kann einer Mannschaft helfen und den Unter schied machen. Er wird uns das noch oft zeigen, davon bin ich überzeugt.

 

Sonny, wer gefällt Dir in unserer Mannschaft besonders gut?

 

Kittel: Auch wenn es nicht meine Position ist, aber ich habe gegen Elias Baum schon gespielt. Ich finde es schade, dass er vergangene Saison kaum zum Zug kam. Er hat eine gute Entwicklung genommen und war im Sommer auch bei anderen Vereinen gefragt. Er ist ein guter Junge, da hat die Eintracht für die Zukunft nicht nur eine Alternative, sondern einen guten Spieler auf der Position. Offensiv bin ich Fan von Doan. Er hat auch im vergangenen Jahr mit der Positionierung vom alten Coach sehr wilde Zeiten hinter sich. Ich glaube, dass er schon mit einer der wichtigsten Spieler ist, die die Eintracht vorne hat.

 

Bein: Ritsu hat teilweise rechter Verteidiger gespielt. Kittel: Das ist mit Sicherheit nicht die Position, die für ihn am besten ist.

 

Sonny, wenn Du gerade von Elias sprichst. Du bist einen ähnlichen Weg gegangen. Ist das dann etwas, was Dich auch freut zu sehen, dass so etwas möglich ist?

 

Kittel: Es freut mich natürlich zu sehen, was möglich ist. Bei Elias passt auch die menschliche Komponente, er ist fokussiert und nicht nur auf TikTok unterwegs. Das spürt man. Ich bin mir sicher, da wird noch viel kommen.

 

Wie seht Ihr den Saisonstart des HSV? Nach drei Niederlagen gab’s vor der Länderspielpause den ersten Sieg ge gen Köln.

 

Kittel: Dieser Sieg war sehr wichtig, auch wenn das Spiel hätte anders verlaufen können. Aber sie müssen sich deutlich steigern. Die nächsten Spiele werden es zeigen. Vielleicht haben sie jetzt durch den Sieg und durch die Vertragsverlängerung mit Merlin [Polzin, Cheftrainer; Anm. d. Red.] so ein bisschen Ruhe reinbekommen. Ich habe mit Merlin lange zusammengearbeitet und er ist HSV durch und durch. Aber am Ende zählen im Fußball die Ergebnisse, und wir werden in den nächsten Wochen sehen, was passieren wird. In Hamburg hast du nie lange Ruhe.

 

Bein: Die Medien sind schärfer als in Frankfurt.

 

Kittel: Ja, definitiv.

 

Bein: Dass der HSV mit dem Trainer einen neuen Vertrag geschlossen hat, ist ein Zeichen, dass sie auf ihn setzen. Für den HSV geht es einfach nur darum, irgendwie die Klasse zu halten, was sehr, sehr schwer wird. Auch wenn sie nicht den Erfolg haben, werden sie nächstes Jahr auf jeden Fall weiter mit ihm arbeiten, selbst wenn es in der Zweiten Liga sein sollte. Was ich mir nicht wünsche, denn der HSV ist ein Klub, der in die Bundesliga gehört.

 

Hast Du noch Kontakt nach Hamburg?

 

Bein: Mit Zeugwart Hermann Rieger hatte ich immer noch Kontakt. Seit er verstorben ist, ist keiner mehr da aus der Zeit, als ich dort gespielt habe.

 

Mia, man kann das Publikum bei Männer- und Frauenspielen nicht ganz vergleichen, aber wir haben ein DFB-Pokalspiel im Volksparkstadion. Was erwartet uns dort am 27. Oktober?

 

Büchele: Ich glaube, jedes Spiel im Volkspark, bei ausverkauftem Stadion, ist besonders. Der Pokal hat …

 

Bein: … seine eigenen Gesetze, richtig?

 

Büchele: Das kann man so sagen.

 

Im Doppelpass würden wir jetzt drei Euro ins Phrasenschwein schmeißen.

 

Büchele: (lacht) Mal sehen, wie der HSV bis dahin drauf ist. Es wird auf jeden Fall ein enges Spiel. Kittel: Pokalspiel und Flutlicht. Was soll man dazu sagen? Wir kriegen ein geiles Spiel und gute Stimmung. Von daher ist für beide Teams alles möglich, zum jetzigen Zeitpunkt. Aber natürlich muss man erst mal abwarten, welche Ergebnisse beide Teams bis dahin in der Liga erzielen.

 

Sonny, kennst Du die Bilanz Deiner sechs letzten DFB-Pokalspiele? Kurioserweise gab es vier Verlängerungen und dreimal sogar Elfmeterschießen.

 

Kittel: Mit dem HSV gegen Köln, Karlsruhe, Nürnberg. Da waren wir sogar im Halbfinale. Als Zweitligist. Dann habt Ihr gegen Freiburg verloren.

 

Kittel: Niko Kovac hat mal gesagt, dass der DFB-Pokal die schnellste und einfachste Möglichkeit ist, einen Titel zu holen, weil man nur sieben Spiele braucht. Damals, als er zur Eintracht gekommen ist. Da waren wir Vorletzter oder so und er hat vom DFB-Pokal gesprochen. Da hat sich jeder gedacht, was redet er denn? Dann stand die Eintracht in den darauffolgenden zwei Jahren zweimal im Finale, einmal hat sie den Pokal geholt. Von Anfang an hat Kovac vermittelt, dass so ein Pokalsieg möglich ist.

 

Bein: Du hast doch mit Danny [da Costa, ehemaliger Eintracht-Spieler und Beins Schwiegersohn; Anm. d. Red.] zusammengespielt?

 

Kittel: Ja, in Ingolstadt.

 

Bein: Danny hat auch zu mir immer gesagt, wenn du beim Niko fit bist und ordentlich trainierst, steht er zu tausend Prozent hinter dir. Das war damals ein Glücksgriff, dass er zu uns kam. Am 27. Oktober werde ich nach Hamburg fahren. Weil ich sehr oft bei Auswärts spielen im Pokal dabei war und die Eintracht sehr erfolgreich gespielt hat. Das ist vielleicht ein gutes Omen. Es wird mit Sicherheit kein leichtes Spiel. Es geht in dem Wettbewerb um sehr viel Geld. Und für uns wäre es schön, mal wieder Richtung Berlin zu fahren, weil das dort immer ein top Erlebnis war. Ich war vergangenes Jahr privat beim Finale. Dieses Endspiel ist immer ein riesengroßes Event, was sehr viel Spaß macht. Jeder Profi, der im DFB-Pokal eingesetzt wird, will nach Berlin. Ich sehe uns etwas vor dem HSV.

 

Uwe, Du bist Botschafter der Eintracht, wohnst in Osthessen, in Bad Hersfeld, und nimmst auch viele Termine in der Region wahr. Wie groß ist die Eintracht-Begeisterung in Mittel- und Osthessen?

 

Bein: Ich bin bei sehr vielen Fanclubs in Fulda, Schwalmstadt, Bad Hersfeld. Die Euphorie ist riesengroß. Ich muss immer ein bisschen dämpfen, weil die Leute gerne von der Deutschen Meisterschaft reden. Ich hätte insgesamt nicht gedacht, dass es bei uns im Kreis Hersfeld Rotenburg so viele Eintracht-Fans gibt. Dementsprechend ist es eine sehr positive Stimmung und ich hoffe, dass jetzt nach dem letzten Jahr, was nicht so schön war, alles wieder in die richtige Bahn kommt, wir die Bälle flach halten und wieder etwas aufbauen. Ich bin sehr positiv gestimmt, was die Zukunft angeht.

 

Sonny, Du spielst bei der Tradi, kürzlich warst Du am Stadiontag zum 25-jährigen Bestehen der Fußball schule dabei, die älteste von Deinen drei Töchtern hat beim Camp der Fuß ballschule mitgemacht. Wie erlebst Du es auf den Plätzen der Region?

 

Kittel: Es gibt nur einen Verein, das ist die Eintracht. Für alle. Das spürst du schon, die fühlen sich alle irgendwo verbunden. Das ist schön zu sehen und auch das Besondere an der Eintracht, dass wir so viele Zuschauer, so viele Mitglieder haben. Das sollten wir wertschätzen. Aber ich kann mir gut vorstellen, was Uwe sagt, dass schnell die Euphorie groß ist und man an Dinge denkt, die eigentlich nicht realistisch sind. Am Ende ist das toll und man spürt das. Egal wo man ist, sieht man immer irgendwo Eintracht-Aufkleber oder eine Fahne. Ganz Hessen ist eigentlich Eintracht.

 

Mia, Du bist seit wenigen Monaten in Frankfurt, wie erlebst Du hier diese Eintracht-Begeisterung in der Region?

 

Büchele: Genauso wie von Sonny und Uwe beschrieben. In der Stadt sieht man überall Eintracht-Wappen. Als ich eine Wohnung gesucht habe, hat der Vermieter direkt gesagt: „Oh, du spielst bei der Eintracht.“ In Hamburg bist du entweder Sankt Pauli oder HSV. Hier finde ich es cool, dass alle hinter der Eintracht stehen und das so positiv wahrgenommen wird.

 

In diesem Sinne freuen wir uns auf die beiden Partien gegen den HSV – mit dem jeweils besseren Ende für uns natürlich.