Roos,
Thurk und Schöppche
Glorreiche Zeit
Handelfmeter, Foulelfmeter und ein Kopfball nach einer
Flanke von Albert Streit. Fertig ist Michael Thurks Hattrick gegen Brøndby IF
im Hinspiel der ersten Runde des UEFA-Cups 2006/07. Benjamin Köhler markiert
später noch den 4:0-Endstand. Den Ball bekommt Thurk vom englischen
Schiedsrichter Robert Styles geschenkt, hinterher kommt es zu dem hier
abgedruckten Zitat. Ob das 20 Jahre später auch noch gilt? Schließlich hat er
mal für die Tradi in Wölf sechs Treffer in einem Spiel erzielt!
Stadionzeitung jetzt mit Schöppche
In der vergangenen
Saison hat das Museum erstmals den „Illustrierten Spieltagsanzeiger“
herausgegeben, eine Stadionzeitung speziell für Sammler. Das beliebte Heft
gibt’s auch zur Saison 2026/27, im praktischen DIN-A5 Format für 50 Cent. Das
Heft ist jetzt vier Seiten dicker und eine spektakuläre Neuverpflichtung konnte
auch verkündet werden: Schöppche is back! Ab sofort gibt’s in jeder Ausgabe den
Comic „Schöppche 2.0. Neue Ge schichten vom alten Gaul“. Gezeichnet vom
allseits bekannten und geschätzten Künstler Michael Apitz. Die
Originalzeichnung wird zum jeweiligen Spiel im Museum ausgestellt, das Motiv
ist als Postkarte erhältlich. Eine an die Historie angelehnte Eintrittskarte,
die zwar keinerlei Berechtigung, aber einen persönlichen Nachweis für den
Besuch des jeweiligen Spiels bietet, ist wie gewohnt beim „Illustrierten
Spieltagsanzeiger“ dabei. Sammlerinnen und Sammler können Programm und
Eintrittskarte bei Interesse zudem für die Saison abonnieren, das Saison Abo
kostet 34,90 Euro, mit Postkartenserie „Schöppche“ 49,90 Euro. Bestellungen per
E-Mail an museum@ eintrachtfrankfurt.de.
Endlich wieder 60.000!
Beim Heimspiel gegen den SC Freiburg verkündete
Stadionsprecher Daniel Wolf eine sporthistorische Sensation. 60.100 Fans
verfolgten das 2:2 gegen die Breisgauer und gingen am Ende nicht ganz zufrieden
nach Hause. Das letzte Mal, dass die Eintracht in Frankfurt vor über 60.000
Fans kickte, liegt mehr als 30 Jahre zurück. Am 23. Oktober 1993 traf die von
Klaus Toppmöller trainierte Eintracht auf den FC Bayern München. Die legendären
20:2 Punkte, „Bye-bye Bayern“ – alles bekannt. Tony Yeboah war verletzt und in
Duisburg hatte es in der Woche zuvor die erste Saisonniederlage gegeben.
Trotzdem kamen 60.500 Fans ins Waldstadion und jubelten, als die Eintracht in
der 31. Minute durch Jan Furtok in Führung ging. Vor der Halbzeit drehten die
Bayern das Spiel durch Treffer von Nerlinger und Matthäus. Wer 1993 im Stadion
war, wird sich erinnern, dass bei Bayern-Spielen in der Ostkurve immer sehr
viele Leute für die Gegner jubelten. Die vielen Bayern-Fans wurden in der
zweiten Halbzeit wieder ruhig, als Okocha für die Eintracht zum Endstand
ausglich. Das 2:2 gegen die Bayern war für lange Zeit das letzte Spiel mit über
60.000 Fans. In der Folgesaison wurde die Kapazität des Stadions verringert.
Bei den weiteren großen Spielen der 1990er Jahre (4:1 gegen die Bayern, 5:1
gegen Kaiserslautern, 2:1 gegen Ulm) waren es immer höchstens 59.500 Fans, die
jubelten. Gut, dass es jetzt wieder über 60.000 sein können!
Ein trauriger Tag
Da ist jemand, nach eigenen Angaben, „kein Freund von
Spielen gegen Amateurmannschaften“ gewesen. Die Eintracht testet vor 50 Jahren
beim FV 08 Hocken heim, gewinnt mit 7:1 – und Trainer Hans-Dieter Roos ist
froh, dass die Partie vorbei war. Aus seiner Sicht fast schon ein trauriger Tag
– kein Vergleich zu heute, wo sich alle freuen, wenn die Eintracht hinaus aufs
Land kommt und in der Region spielt. Aber schlimmer geht’s (fast) immer, und
diese Partie hatte Roos wohl noch nicht auf dem Schirm: Eine Woche später
verlieren die Adlerträger beim unterklassigen VfR Bürstadt mit 0:4 und Peter
Reichel verletzt sich auch noch …
„Ich bin froh, dass diese Kirmesspiele zu Ende sind. Sie
bringen uns gar nichts.“
7. September 1976, Hans-Dieter Roos