Die erste WM-Medaille!
Vier Teams der Sportakrobatik waren in den vergangenen Wochen bei den Weltmeisterschaften der Junioren und Senioren im italienischen Pesaro am Start. Mit einer WM-Medaille, mehreren Finalteilnahmen und starken Platzierungen kehren die Eintrachtlerinnen erfolgreich aus Italien zurück. Für einen besonderen Moment sorgten Finia Falch, Kay Klotz und Leni Tschutschupalow: Das Trio gewann Bronze und damit die erste WM-Medaille der Eintracht-Geschichte.
Text: Mia Ebert
Fotos: Mia Ebert, AcroGym.tv und Pedro R. Coelho
Den Auftakt in der Qualifikation machte das Damenpaar bei den Juniorinnen, bestehend aus Viktoria und Alena. Mit 27.210 Punkten belegten sie nach ihrer ersten Übung zunächst Rang neun. Anschließend zeigte auch die Damengruppe mit Finia, Kay und Leni eine starke Leistung. 27.750 Punkte bedeuteten zunächst Platz fünf.
Auch Anna Dorigatti und Lisa Schinko überzeugten bei ihrem ersten Auftritt bei den Damenpaaren Youth. Für ihre Übung erhielten sie 27.350 Punkte und gingen damit als viertbeste Nation in die zweite Qualifikationsrunde.
In der folgenden zweiten Qualifikationsrunde legten Anna und Lisa mit einer starken Dynamik-Übung und 27.000 Punkten nach und sicherten sich den Einzug ins Finale. Auch Finia, Kay und Leni starteten in der zweiten Runde eine Aufholjagd. Mit starken 28.580 Punkten gelang ihnen nicht nur der Sprung ins Finale, sondern sogar auf Platz eins.
Viktoria und Alena rundeten die Qualifikation mit 26.550 Punkten ab und beendeten den Wettkampf auf Rang sieben. Trotz Verletzungsproblemen in der Vorbereitung zeigten beide in Pesaro starke Leistungen. Aufgrund der Ein-Team-pro-Nation Regel reichte es dennoch nicht zum Finaleinzug, da Deutschland bereits mit einem anderen Paar im Finale vertreten war.
Nachdem Anna Dorigatti und Lisa Schinko das Finale auf Platz vier erreicht hatten, belegten sie dort am Ende Platz fünf. Kleine Fehler verhinderten den Sprung auf das Podest, dennoch zeigten sie bei ihrer WM-Premiere eine starke Leistung.
Für den größten Erfolg der Reise sorgten Finia Falch, Kay Klotz und Leni Tschutschupalow. Die Damengruppe zeigte im Finale eine starke Übung und gewann Bronze. Damit holte die Ein tracht ihre erste WM-Medaille überhaupt. Gleichzeitig war es die erste deutsche WM-Medaille im Juniorenbereich seit fast 30 Jahren.
Lange sah es für das Trio sogar nach Gold aus. Gemeinsam mit Trainerin Celine Caro lagen die drei zunächst an der Spitze. Nach der Übung der favorisierten russischen Formation ließ die Wertung ungewöhnlich lange auf sich warten. Die Verantwortlichen legten schließlich Einspruch gegen den Difficulty Value ein. Diesem wurde stattgegeben, wodurch Russland an Deutschland vorbeizog. Auch Belgien konnte sich anschließend noch vor das deutsche Trio schieben.
„Diese Bronzemedaille ist für mich viel mehr als nur eine Platzierung. Ich durfte miterleben, wie Kay, Finia und Leni über Monate auf diesen Moment hingearbeitet, Rückschläge überwunden und immer wieder an sich geglaubt haben. Sie haben sich in Pesaro durch jede Übung gekämpft und sich am Ende mit einer WM-Medaille belohnt. Ich bin unglaublich stolz auf die drei – und dieser Moment wird für mich immer etwas ganz Besonderes bleiben“, sagt Trainerin Celine Caro.
In der darauffolgenden Woche ging die Damengruppe mit Kira, Fiona und Alisée bei der Senioren-WM an den Start. Zum Auftakt erreichte das Trio in der Dynamik-Qualifikation mit 27.550 Punkten Rang zehn. Den Finaleinzug hat das Trio dabei nur knapp verpasst: Das zweite Team aus Hoyerswerda lag nur hauchdünn vor den Eintrachtlerinnen.
In der Balance-Qualifikation am zweiten Wettkampftag zeigten Kira, Fiona und Alisée dann eine starke Leistung. Mit 28.790 Punkten belegten sie Rang drei und qualifizierten sich damit sowohl für das Balance-Finale als auch für das große Finale. In der Qualifikation des großen Finales erreichten sie Rang vier.
Nach einem weiteren Trainingstag stand am vierten Tag zunächst das Combined-Finale auf dem Programm. Mit 25.140 Punkten mussten die Eintrachtlerinnen dabei einen Rückschlag hinnehmen. Bereits vor der Übung drohte die erste Pyramide zu misslingen. Das Trio kämpfte jedoch mit großem Einsatz darum, die nötige Stabilität wiederherzustellen und die Pyramide zu halten. Der Fehler kostete wertvolle Punkte. Zum Abschluss zeigten Kira, Fiona und Alisée im Balance-Finale noch einmal ihre Klasse. Nach dem schwierigen Auftakt im Combined-Finale sammelten sie ihre Nerven und gingen erneut voll auf Angriff. Mit 28.840 Punkten präsentierten sie ihre Pyramide souverän und zeigten dem Kampfgericht, dass sie die Übung sicher beherrschen.
In der extrem hohen Leistungsdichte an der Weltspitze zählte dabei jedes Zehntel. Am Ende belegte das Trio Platz fünf und verpasste die Bronzemedaille denkbar knapp. Gleichzeitig er zielten Kira, Fiona und Alisée die beste Wertung für Team Deutschland und stellten damit die bis dahin höchste Wertung eines deutschen Trios überhaupt auf.
„Ich bin unglaublich stolz auf die drei – und dieser Moment wird für mich immer etwas ganz Besonderes bleiben.“
Trainerin Celine Caro