Grabi, Holz, Jaf und der Adler
„Glorreiche Zeiten, traurige Tage“: Unter diesem Motto berichtet die „Eintracht vom Main“ über historische Ereignisse und Themen rund um das Eintracht-Museum.

Glorreiche Zeit
Ein Blick 50 Jahre zurück, in den Februar 1976. Die Eintracht spielt unter Dietrich Weise mit Nickel, Grabowski, Hölzenbein und Co. offensiv Fußball, stellt den besten Sturm der Liga, ist amtierender doppelter DFB-Pokalsieger (aber kurz zuvor im 1975/76er-Wettbewerb ausgeschieden), liegt in der Liga nach drei Siegen in Folge in Schlagdistanz zu den Europapokalplätzen und steht im Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger. Am 21. Februar steht das Spiel beim FC Schalke 04 an. In Gelsenkirchen wartet die Eintracht seit der ersten Bundesligasaison der Geschichte 1963/64 auf einen Sieg, und zur Halbzeit liegen die Adlerträger durch S04-Treffer von Erwin Kremers und Klaus Fischer mit 0:2 zurück. Also wieder nichts zu holen? Denkste! Hölzenbein (50./81.) und Rüdiger Wenzel (55./60.) drehen die Partie, die Eintracht triumphiert mit 4:2. Funfact: Im zweiten Spiel gegen die Knappen 1976 liegen die Adlerträger im Waldstadion ein halbes Jahr später ebenso mit 0:2 zur Pause zurück und siegen noch mit 6:3!

Ein trauriger Tag
Halb so lang her wie die glorreiche Zeit ist ein trauriger Tag. Am 17. März 2001 bestreitet Jan Åge Fjørtoft sein letztes Spiel für die Eintracht, ehe er seine Karriere in der norwegischen Heimat ausklingen lässt. „Jan wird uns saumäßig fehlen“, sagt sein Kumpel Thomas Sobotzik stellvertretend für weitere Aussagen in diese Richtung aus dem Eintracht-Kreis, viele Jahre später besuchen sogar rund 200 Eintracht-Fans den Norweger in Oslo. Fjørtofts Übersteiger zum Klassenerhalt 1999 bleibt unvergessen, auch weitere Treffer des heute 59-Jährigen haben Legendenstatus – Stichwort Fallrückzieher gegen Oliver Kahn. Aber: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Heute ist er Botschafter der Eintracht und Vorsitzender des Norway-Forums, besucht als Experte verschiedener Sender öfter den Deutsche Bank Park und war auch kürzlich auf der Waldtribüne zu Gast. Einmal Adlerträger, immer Adlerträger!

Zeitreise
Es ist bald 45 Jahre her, dass Bernd Hölzenbein sein letztes Spiel für die Eintracht absolviert hat. Ein standesgemäßer Abschied, die Adlerträger holen 1981 gegen Kaiserslautern in Stuttgart mit dem 3:1-Sieg den DFB-Pokal. Zwei Tage später flog er bereits in die USA, wo er bei Fort Lauderdale unterschrieben hatte. Dieses Trikot trug Holz an jenem 2. Mai 1981.

Zu sehen ist das Trikot inklusive der Geschichte dazu im Buch „Das Eintracht Frankfurt Trikot“, eine Zeitreise durch 125 Jahre Eintracht-Trikotgeschichte auf 256 Seiten. Erhältlich ist die zweite, in diesem Jahr aktualisierte Auflage, im Eintracht-Fanshop!

Sammlerbörse am 29. März
Glorreiche Zeiten und traurige Tage sind im Museum natürlich immer vereint, wenn die Sammlerbörse zu Gast ist. Fast 40 Händlerinnen und Händler aus ganz Deutschland (und Offenbach!) bieten am 29. März ab 10 Uhr im Museum ihre kleinen und großen Schätze. Auf der Sammlerbörse gibt es Autogramme, Eintrittskarten, Postkarten, Stadionzeitungen, Sammelbildchen, Fotos, Trikots, Schals und weitere Fanartikel – aus glorreichen wie traurigen Zeiten. Im Laufe des Vormittags gibt’s auch Autogrammstunden mit ehemaligen Eintrachtlern, dazu werden stündlich Stadionführungen angeboten. Anmeldungen können unter museum.eintracht.de vorgenommen werden. Der Eintritt ins Museum ist zur Sammlerbörse frei.

50 Jahre Hallenturniere in Frankfurt
Und wieder ins Jahr 1976. 22.000 Zuschauer an drei Tagen in der Festhalle, ein packendes Finale mit Turniersieger Eintracht Frankfurt, Frankfurt-Offenbacher Scharmützel, „Üble Rabauken unter Eintracht-Fans“ und der Oberbürgermeister im Tor beim Einlagespiel: Das erste Frankfurter Hallenfußballturnier in der Festhalle vom 1. bis 3. Januar 1976 hatte einiges zu bieten – und war der Beginn einer fast 40 Jahre andauernden Tradition in der Mainmetropole, die in den beiden vergangenen Jahren – vielleicht nur kurzzeitig – durch zwei Turniere mit Traditionsmannschaften wieder aufflackerte. Was seinerzeit die Halle an drei Tagen füllte, findet heute kaum noch Platz im vollen Terminkalender von Profis und Fans. Dass der Budenzauber dennoch Anklang findet, hat auch kürzlich die Eintracht-Tradi beim Legends Cup in München erlebt. Fast 10.000 Zuschauer sehen im SAP Garden das Turnier mit sechs Teams und zahlreichen Ex-Profis. Für die Eintracht haben unter anderem Oka Nikolov, Bastian Oczipka, Ervin Skela und Makoto Hasebe die Schuhe geschnürt. Nach Niederlagen gegen Juventus und den FC Bayern München ist jedoch nach der Vorrunde Schluss (siehe Seite 19).

„50 Jahre Hallenfußball in Frankfurt“ – die große Story gibt’s auf sge.de/hallenfussball.

Ein Adler steht Kopf!
Dinger gibt’s! Das Heimspiel gegen Augsburg hat die Eintracht am 13. Dezember mit 1:0 gewonnen. Viel mehr als das Sportliche in Erinnerung bleiben wird der Auftritt von Farès Chaibi. Der Algerier flitzte nämlich mit einem Trikot über den Platz, bei dem der Adler Kopf stand. Das sorgte im Internet für viele Lacher, Bilder von dem Trikot wurden x-fach gepostet und kommentiert. Das Trikot ist in die Sammlung des Museums gewandert.