„Für sein eigenes Land spielt man mit besonders viel Herz“
Leistungsträger in der U17, erste Einsätze für die A-Junioren, Nationalmannschaftsdebüt mit Algerien: Hinter Bilal Daaou liegt ein ereignisreiches Jahr und doch warten 2026 noch größere Highlights auf den 16-Jährigen.
Text: Leonie Batke
Fotos: Leonie Batke, Luca Weigand

Auf seine größten Highlights seiner bisherigen Zeit bei Eintracht Frankfurt angesprochen, muss Bilal Daaou erst einmal nachdenken. Seit 2019 trägt der 16-Jährige bereits den Adler auf der Brust, in fast sieben Jahren kommen einige erinnerungswürdige Erfahrungen zusammen: Der Dallas Cup mit der U14, der Cordial Cup mit der U15, der Youngstar Cup in Berlin während der Saisonvorbereitung mit der U17. „Auch wenn wir in Dallas nicht gewonnen haben, war es toll, mit der Mannschaft diese Erfahrung zu machen“, gibt Daaou einen Einblick. „Auch bei dem Turnier in Berlin Tore gegen Juventus [Turin; Anm. d. Red.] und Benfica [Lissabon; Anm. d. Red.] zu machen, war etwas Besonderes.“

„Von solchen Reisen kann man super viel lernen.“

Den Scouts der Eintracht ist Daaou bereits als Neunjähriger aufgefallen: Zwei Freistoßtore im Duell mit den Adlerträgern besiegelten 2019 seinen Wechsel vom FSV Frankfurt an den Riederwald. Von der U11 aus hat der offensive Mittelfeldspieler unter dem Adlerdach alle Jugendmannschaften durchlaufen, mittlerweile ist er bei den von Sebastian Haag trainierten B-Junioren zu Hause. Mit 14 Einsätzen gehörte er in der Hinrunde zu den absoluten Leistungsträgern der U17 und steuerte fünf Tore sowie sechs Assists bei. „Es ist ein Sprung im Vergleich zur U16 in der vergangenen Saison“, so Daaou über die Spielzeit bei den B-Junioren. „In der U16 haben wir zum Beispiel viel weniger gegen andere NLZ-Mannschaften gespielt, das macht schon einen Unterschied.“

Auf die Vorrunde blickt der Offensivmann mit gemischten Gefühlen zurück, als viertplatziertes Team verpassten die Adlerträger knapp den Einzug in Liga A der U17 DFB-Nachwuchsliga. „Ich glaube, wir hätten mehr erreichen können. Wir haben zwar einige Spiele gut gewonnen, aber auch einfache Punkte liegen gelassen“, reflektiert Daaou. Für die zweite Saisonhälfte hat sich der Adlerträger umso mehr vorgenommen, seine Entwicklung voranzutreiben. „Gerade für mich als Offensivspieler habe ich das Ziel, noch mehr Tore zu machen und der Mannschaft so zu helfen.“

Verankert ist der Adlerträger mittlerweile nicht mehr nur bei den B-Junioren, sondern durfte bereits erste Einsätze in der U19 feiern. „Die Jungs haben mich richtig gut aufgenommen und direkt ins Team integriert“, berichtet Daaou, der unter anderem beim Pokal-Erfolg gegen Leipzig auf dem Rasen stand. „Besonders als wir da die zweite rote Karte bekommen haben, mussten wir als Team funktionieren und zusammenarbeiten, um das Elfmeterschießen zu erreichen. Das hat richtig viel Spaß gemacht.“ Als einziger U17-Spieler reiste Daaou darüber hinaus im Rahmen der UEFA Youth League mit den A-Junioren nach Barcelona und Bilbao. „Man sieht, wie es international bei anderen Vereinen läuft, wie die Spieler in Spanien zum Beispiel ticken, wie deren Fußball aussieht – von solchen Reisen kann man super viel lernen“, gibt der Adlerträger einen Einblick.

Auch im Kreise der Nationalmannschaft durfte der Offensivspieler wertvolle Erfahrungen sammeln: Im Juni 2025 feierte er sein Debüt für die U17 Algeriens, im Herbst folgten zwei Partien in der Elfenbeinküste „Bei der Nationalmannschaft zu spielen ist etwas ganz anderes. Für sein eigenes Land spielt man nochmal mit besonders viel Herz“, betont Daaou. „Auch wenn wir teilweise unterschiedliche Sprachen sprechen – einige der Jungs aus Frankreich können zum Beispiel nicht so gut Arabisch – verstehen wir uns in der Mannschaft sehr gut, auch auf dem Platz.“ Im Frühjahr steht mit der Qualifikation für den Afrika-Cup ein besonderes Highlight an. „Der Afrika-Cup ist ein großes Turnier, da möchte ich alles geben, um dabei sein zu können,“ macht Daaou deutlich.

Nationalmannschaft, Youth League, Saisonvorbereitung, Ligabetrieb – ein ganz schön hohes Pensum für einen 16-Jährigen, der obendrein auch noch zur Schule geht. „Natürlich ist es manchmal schwierig, gerade im Winter, wo die Tage so kurz sind. Aber ich schaffe es trotzdem, das alles gut hinzubekommen“, gibt Daaou preis. Erholung findet der Eintrachtler besonders im Kreis seiner Familie und Freunde und in der Natur. „Ich gehe gerne spazieren, auf den Feldern oder im Wald bei mir in der Nähe. Das ist sehr schön und hilft mir, runterzukommen.“

Bilal Daaou

       Geburtsdatum: 27. August 2009

       Position: Mittelsturm

       Jahrgang: U17

       Adlerträger seit: 2019

       Erstes Fußballtrikot:
Real Madrid / Christiano Ronaldo

       Lieblingsessen am Spieltag:
Lachs mit Süßkartoffeln

       Lieblingssportart abgesehen von Fußball:
Schwimmen