Fit für den Erfolg
Der Start in das neue Jahr ist geschafft, die ersten Spiele sind absolviert und der Trainingsbetrieb läuft wieder auf Hochtouren. Doch bevor es für die Mädels zurück auf den Platz ging, stand ein wichtiger Baustein der Vorbereitung auf dem Programm: Mindestens zwei Mal im Jahr – zum Start einer neuen Saison sowie direkt nach der Winterpause – absolvieren die Juniorinnen eine umfangreiche Leistungsdiagnostik. In einer Vielzahl von Tests geht es dabei darum, ihren aktuellen körperlichen Zustand zu erfassen.
Text und Fotos: Selina Marker
Die Spielerinnen erwartet bei jeder Leistungsdiagnostik ein fester Ablauf. Während die U13 noch eine eher abgespeckte Variante absolviert, erfolgt ab der U15 bereits eine detaillierte Analyse und damit das volle Programm. Eine zentrale Rolle nimmt dabei Athletiktrainer Tim Harris ein, der nicht nur das Sportstudio zur Verfügung stellt, sondern auch intensiv mit den Mädels arbeitet. Unterstützt wird er von U15-Trainer Aaron Müller sowie Co-Trainer Philipp Markus, der direkt zu Beginn der Diagnostik erklärte, worauf der Fokus liegt: „Wir ermitteln Werte, die uns helfen, die Spielerinnen individuell weiterzubringen.“
Neben Tests zur Messung der Schnelligkeit werden Kraftwerte erhoben, die unter anderem Rückschlüsse auf die Sprungkraft der Spielerinnen zulassen. Ein weiterer großer Schwerpunkt liegt auf der Beweglichkeit. „Teilweise schießen die Mädels total schnell in die Höhe und da braucht es gezielte Mobilitätsübungen, die wir durch die Analyse herausarbeiten können. Oft ist es so, dass du eine Vorstellung hast, was bei den Spielerinnen funktioniert und was eher weniger. Mithilfe der Daten können wir dann aber noch einmal genauer ins Detail gehen und Dysbalancen konkret erkennen“, berichtet Markus. Neben Geschwindigkeit, Kraft und Beweglichkeit ist auch die Körperanalyse ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik. Dabei geht es nicht nur um Körpergröße und Gewicht, sondern um deutlich differenziertere Werte: So wird genau ermittelt, woraus sich das Körpergewicht zusammensetzt. Unter anderem wird bestimmt, wie viel Muskelmasse die Spielerin besitzt und wie diese im Körper verteilt ist. Auch der Körperfett- sowie der Wasseranteil liefern wertvolle Einblicke in den Zustand der Mädels.
Alle erhobenen Daten werden gesammelt, ausgewertet und im Gesamtbild betrachtet. Dabei geht es sowohl um mögliche Auffälligkeiten als auch um die individuelle Entwicklung der Spielerinnen. Auf dieser Basis können im Athletiktraining gezielte Trainingspläne erstellt und Schwachstellen ausgeglichen werden. Ein zentraler Aspekt der Leistungsdiagnostik ist zudem die Vermeidung von Verletzungen. „Für uns geht es sehr viel um Prävention, weil wir vor allem durch die Dysbalancen gut erkennen können, wenn eine Spielerin möglicherweise Probleme in Bewegungsabläufen hat, die relevant für den Fußball sind. Vor allem Bereiche wie die Knie sind extrem entscheidend. Da müssen wir einfach Bescheid wissen, wenn es Auffälligkeiten gibt“, erläutert der Co-Trainer.
„Mithilfe der Daten können wir genauer ins Detail gehen und Dysbalancen erkennen.“
Philipp Markus, Co-Trainer der U15
Doch nicht nur der Staff profitiert von den Ergebnissen, auch die Adlerträgerinnen selbst können viel aus den Analysen mitnehmen, denn Schwachstellen lassen sich nicht ausschließlich über angepasstes Training beheben. Auch der Lifestyle abseits des Platzes spielt eine wichtige Rolle. Aus der Körperanalyse lassen sich beispielsweise Ernährungsempfehlungen ableiten, der Wasseranteil gibt Hinweise darauf, ob ausreichend getrunken wird. „Bei diesem Thema holen wir dann aber nicht nur die Mädels ab, sondern auch die Eltern. Es bringt nichts, die Spielerinnen mit Werten zu bombardieren und damit allein zu lassen. Wir gehen mit gezielten Tipps ins Gespräch. Meistens sind es nur kleine Anpassungen, denn die Mädels wissen, dass sie Sportlerinnen bei Eintracht Frankfurt sind und so verhalten und ernähren sie sich auch. Trotzdem ist es wichtig, von unserer Seite aus zu unterstützen, damit sie möglichst fit und gesund bleiben“, führt Philipp Markus weiter aus.
Die Leistungsdiagnostiken liefern nicht nur kurzfristige Vorteile, sondern sind auch langfristig von großem Wert, sodass die Entwicklungen über Altersklassen und Saisons hinweg nachvollzogen werden können. „Die Mädels sind mitten in der Pubertät und wachsen schnell, sodass sich die Werte total stark verändern. Wir geben die gesammelten Daten weiter, so kann man die Veränderungen im Körper wirklich gut nachverfolgen und die Werte bestmöglich nutzen“, erklärt Markus. Auch beim Übergang in neue Teams ist damit jederzeit klar ersichtlich, wo individuelle Herausforderungen liegen und worauf besonders geachtet werden muss.