Herausforderungen in Liga B
Im Februar starten sowohl die U17 als auch die U19 zurück in den Ligabetrieb. Als Teilnehmer in Liga B haben beide Mannschaften zwar keine Chance mehr auf den Meistertitel, der individuellen Entwicklung der Spieler tut das Verpassen der Liga A allerdings keinen Abbruch.
Text: Leonie Batke
Fotos: Leon Mathieu, Alena Schumeckers
Nach rund einmonatiger Vorbereitungszeit steht für die A- und B-Junioren im Februar die Rückkehr in den Ligabetrieb an. Anders als in der Vorsaison, in der etwa die U19 in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft bis ins Viertelfinale vorrückte, haben beide Jahrgänge in diesem Jahr keine Chance mehr auf einen Titel in der Liga. Denn als Viertplatzierter in der Vorrunde der DFB-Nachwuchsliga verpassten sowohl die U17 als auch die U19 den Einzug in Liga A. Die erste Saisonhälfte der Eintrachtler lässt sich jedoch nicht allein an den erzielten Ergebnissen bewerten.
Besonders die U17 steht in dieser Spielzeit vor einer besonderen Herausforderung, denn die Schützlinge von Sebastian Haag traten im vergangenen Halbjahr mit gleich neun Jungjahrgängen – also Talenten, die eigentlich noch für die U16 spielberechtigt wären – in der höchsten deutschen B-Junioren-Spielklasse an und stellten damit gruppenübergreifend das jüngste Team des Wettbewerbs.
Die C-Junioren-Meister der vergangenen Saison standen dabei keinesfalls für die Statistik im Kader der B-Junioren. Bis auf den langzeitverletzten Luca Seitz kam jeder einzelne Jungjahrgang für die U17 zum Einsatz, viele von ihnen gehörten in der Vorrunde zu den absoluten Leistungsträgern der Adlerträger. „Dadurch, dass wir mit neun Jungjahrgängen angetreten sind, waren wir darauf vorbereitet, dass es ergebnistechnisch auch mal schwierig werden könnte“, resümiert NLZ-Leiter Alexander Richter. „Der nächste Entwicklungsschritt ist in diesem Jahrgang auf jeden Fall erfolgt – auch durch die Niederlagen, die die Jungs haben einstecken müssen. Wenn du dauerhaft gegen zwölf bis 18 Monate ältere Gegner spielst und entsprechend körperlich vielleicht auch noch nicht so weit bist, zahlst du Lehrgeld. Das hatten wir schon vor der Saison vermutet, sind aber natürlich dennoch enttäuscht, dass wir uns nicht für Liga A qualifiziert haben. Das Ziel wollten wir trotzdem erreichen.“
Auch die A-Junioren stellten sich dem Ligabetrieb mit einem jungen Team. Ein Großteil des Kaders besteht aus im Jahr 2008 geborenen und damit jahrgangsjüngeren Talenten, während mit Ebu Bekir Is, Marvin Dills, Amil Siljevic, Nilo Neuendorff und Alessandro Gaul Souza allein fünf der älteren noch für die U19 zugelassenen Adlerträger in der U21 um den Wiederaufstieg in die Regionalliga Südwest kämpfen. Als jüngster Spieler tritt der erst 15-jährige Niko Ilicevic bei den A-Junioren an, die sich auch im Jahr 2026 noch in insgesamt vier Wettbewerben beweisen müssen: der UEFA Youth League, dem DFB-Pokal der Junioren, der Meisterschaft und dem Hessenpokal.
Dadurch ergibt sich für die Adlerträger ein selten dagewesenes Spielpensum: Allein in der ersten Saisonhälfte absolvierte die U19 22 Pflichtspiele und dabei zahlreiche englische Wochen. „Wenn du nicht nur wöchentlich spielst, sondern alle drei oder vier Tage, ist das natürlich eine höhere Belastung. Aber das müssen die Jungs hinbekommen und trotzdem in der Liga – ihrem eigentlichen Wettbewerb – da sein“, erklärt Alexander Richter und ergänzt: „Wir treten zwar auch in der U19 mit vielen jungen Spielern an, wussten aber zu Saisonbeginn: Die Qualität der Mannschaft ist so hoch, dass wir auf jeden Fall Liga A schaffen müssen – auch ohne die genannten Spieler, die wir schon in die U21 geschoben haben.“
Während die Eintrachtler in der UEFA Youth League erstmals in der Vereinsgeschichte ins Achtelfinale einzogen und auch im DFB-Pokal der Junioren das Viertelfinale erreichten, blieben sie im Ligabetrieb hinter den sportlichen Ansprüchen zurück und ließen besonders im Herbst wichtige Punkte im Kampf um die Qualifikation für Liga A liegen. Zu bewerten seien allerdings weniger die erzielten Ergebnisse oder etwaige athletische Parameter, sondern vielmehr die Einstellung auf dem Platz, wie Richter betont. „Wir sind sehr wechselhaft aufgetreten und haben in der Liga oft ein anderes Gesicht gezeigt als in der Youth League. Da haben bei dem einen oder anderen schon meine Alarmglocken geschrillt in Bezug auf die Mentalität und die Persönlichkeit auf dem Platz.“ Genau an dieser Konstanz gelte es nun auch in Liga B der DFB-Nachwuchsliga zu arbeiten.
„Der nächste Entwicklungsschritt ist in diesem Jahrgang auf jeden Fall erfolgt.“
Alexander Richter, NLZ-Leiter
Die Qualität der teilnehmenden Mannschaften ist dabei sowohl in der U19 als auch der U17 nicht zu unterschätzen. Neben den teilnehmenden Nachwuchsleistungszentren treffen die Adlerträger auch auf Aufsteiger aus den Regional- beziehungsweise Landesverbandswettbewerben, die sich als Erstplatzierte der Hinrunde für die Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga qualifizieren konnten. „Wir treffen auch in Liga B auf viele Mannschaften, die uns herausfordern werden“, blickt Alexander Richter auf das zweite Saisonhalbjahr. „Gerade in der U19 wollen wir jetzt sehen, dass die Jungs den Spagat zwischen der Liga, der Youth League und den Pokalwettbewerben hinbekommen. Da gilt es jetzt, andere Leistungen zu zeigen, als in der Vorrunde. Und da spreche ich nicht ausschließlich über die Ergebnisse – die dürfen dann auch mal kommen –, sondern über die Art und Weise, wie wir auftreten. Das werden wir sehr genau beobachten.“
Im Fokus steht darüber hinaus weiterhin die individuelle Weiterentwicklung der einzelnen Spieler. „Wir werden auch einige Spieler aus der U16 immer wieder in der U17 mittrainieren und -spielen lassen und so schon die Grundsteine für die nächste Saison legen“, gibt Richter einen Einblick. „Sebastian Haag und Sascha Rausch stehen in einem engen Austausch. Da werden wir im Saisonverlauf schauen, wie wir die Entwicklung weiter vorantreiben können. In der U19 wollen wir darüber hinaus verstärkt Testspiele gegen Senioren-Mannschaften planen, um die Jungs gegen erwachsene und erfahrene Gegner weiter auf die Herausforderungen im Männerfußball vorzubereiten.“
Wenngleich die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft den für Liga A qualifizierten Teams vorbehalten ist, geht es gerade für die U19 in Liga B auch sportlich noch um etwas: Denn neben dem Titelverteidiger, den Landespokalsiegern und den Teilnehmern an Liga A sichern sich in Liga B nur die besten 18 Mannschaften einen Startplatz für die kommende Spielzeit im DFB-Pokal der Junioren. Für die nach der Hinrunde in die DFB-Nachwuchsliga aufgestiegenen Teams geht es in Liga B darüber hinaus um die Qualifikation für die Folgesaison in der DFB-Nachwuchsliga.