Gelebte Demokratie
Ein Blick auf die Besetzungen der Gremien zeigt alte, aber auch neue Gesichter, die in den kommenden vier Jahren eng mit dem Präsidium zusammenarbeiten werden. Im Interview spricht Präsident Mathias Beck über die Wichtigkeit dieser Vereinsorgane, die Unterstützung und Zusammenarbeit untereinander sowie die enorme Bedeutung des Ehrenamts im Allgemeinen.

Gude, Mathias! Die Gremien wurden auf der Mitgliederversammlung turnusmäßig neu gewählt. Wie blickst Du auf den Abend und die Wahl zurück?
Erst einmal bin ich sehr froh, dass ich zum ersten Mal als Präsident auf der Mitgliederversammlung sprechen durfte und dass rund 2.000 Mitglieder den Weg in die Jahrhunderthalle gefunden haben, die sich folglich auch an der Wahl der Gremien beteiligt haben. Mit dem Ablauf der Wahlen bin ich auf jeden Fall zufrieden. Jede Kandidatin und jeder Kandidat hatte die Möglichkeit, sich auf der Bühne vorzustellen und den anwesenden Mitgliedern einen Eindruck von sich zu vermitteln. Am Ende haben die Mitglieder entschieden – und so soll es auch sein. Wir haben bekannte, aber auch einige neue Gesichter in den Gremien und jetzt freue ich mich auf die anstehende Zusammenarbeit.

Welche Bedeutung hat die Gremienwahl für die demokratische Kultur bei Eintracht Frankfurt?
Eine sehr große. In unserem basisdemokratischen Verein ist die Mitgliederversammlung das oberste und wichtigste Gremium. Die Mitglieder bestimmen maßgeblich über die Zukunft und die wichtigsten Weichenstellungen für unseren Verein. Deswegen habe ich im Vorfeld der Mitgliederversammlung auch dazu aufgefordert, daran teilzunehmen, denn: Wenn ich als Mitglied mitreden und vor allem mitbestimmen will, muss ich zur Mitgliederversammlung kommen. Und so verhält es sich auch mit der Gremienwahl: Zum einen konnten die Anwesenden aktiv bei der Besetzung der Gremien mitbestimmen, zum anderen ist es aber auch das gute Recht aller Mitglieder, sich im Verein einzubringen und sich auch selbst zur Wahl zu stellen.

Warum sind kompetent besetzte Gremien gerade für einen Verein wie Eintracht Frankfurt so wichtig?
Wir brauchen stark besetzte Gremien, die uns – jede und jeder auf seine Weise und im Rahmen der satzungsgemäßen Vorgaben – insgesamt voranbringen. Sie sind wichtige Sparringspartner für uns im Präsidium als Operative, sie unterstützen uns in wirtschaftlichen Fragen, mit klugem Rat oder auch mit guten Kontakten. Gleichzeitig sind sie eine wichtige Kontroll- und Überwachungsinstanz. Der Verwaltungsrat zum Beispiel berät und überwacht das Präsidium in wirtschaftlichen Fragen.

Wie nimmst Du die Zusammenarbeit zwischen dem Präsidium und den Gremien wahr?
Es liegt ein äußerst erfolgreiches Jahr für Eintracht Frankfurt hinter uns und ich bin der festen Überzeugung, dass unsere ruhige, geräuschlose und auf Konsens zum Wohle des Vereins beruhende Art in den Gremien dafür sehr zielführend war. In den vergangenen beiden Jahren meiner Amtszeit habe ich eine gute, offene und vor allem konstruktive Zusammenarbeit wahrgenommen und ich bin davon überzeugt, dass es auch mit der neuen Besetzung so weitergehen wird. Alle ziehen zum Wohle unserer Eintracht an einem Strang. Wichtig ist: Während der Präsident und das Präsidium den operativen Bereich – etwa die Organisation des Sportbetriebs, der Geschäftsstelle und alle Aufgaben im Tagesgeschäft – verantworten, obliegen den Gremien ihre satzungsgemäßen Aufgaben – wie beispielsweise dem Verwaltungsrat die Kontrollfunktion oder die Genehmigung des Haushalts.

Der Verein ist in den letzten Jahren stark gewachsen – wie verändern sich dadurch die Anforderungen an Gremienarbeit?
Das ist richtig: In den vergangenen zwei Jahren, in denen dieses Präsidium Verantwortung trägt, haben wir die Mitgliederzahl um 21.000 Mitglieder gesteigert – das sind 13 Prozent, sodass wir heute mehr als 160.000 Mitglieder zählen. Wir haben 20 Abteilungen, über 50 Sportarten und sind stets daran interessiert, unser Sportangebot auszuweiten. Damit geht natürlich auch eine steigende Anzahl von Anliegen der Mitglieder einher. Der Bedarf und die Interessen sind größer denn je, es gibt also viel zu tun. Das spiegelt sich natürlich auch in der Gremienarbeit wider und wir sprechen zum Beispiel heute häufiger über unsere sportliche Infrastruktur und die Finanzierung von Bauprojekten, als das womöglich früher der Fall war.

„Ich habe den größten Respekt vor allen, die ihre Aufgaben für Eintracht Frankfurt mit einer derart großen Leidenschaft ausüben und sich Tag für Tag in den Dienst dieses Vereins stellen.“

Welche Erwartungen hast Du an die Arbeit der Gremien in der Zukunft?
Ich gehe davon aus, dass sich alle Gremienmitglieder, die jetzt in ihr Amt berufen wurden, den Aufgaben mit derselben Leidenschaft hingeben, wie ich es in den vergangenen zwei Jahren bereits erlebt und kennengelernt habe. Davon bin ich überzeugt. Zudem ist eine absolute Integrität gegenüber den Themen und Inhalten, die wir den Gremien präsentieren, notwendig. Wir können dabei auf bewährte Strukturen und Abläufe setzen mit Mitgliedern, die bereits Amtsperioden hinter sich haben, aber wir freuen uns auch auf neue Impulse, Ideen und Anstöße von neuen Gesichtern in den Gremien. Ich persönlich stehe dabei für Entwicklung und Modernisierung, deswegen habe ich auch schon frühzeitig Klarheit schaffen wollen und meine erneute Kandidatur bekanntgegeben. Wer ein Amt in einem unserer Gremien übernimmt, soll wissen, mit wem er arbeitet – insbesondere im Präsidium.

Die Gremienmitglieder machen ihre Tätigkeit allesamt ehrenamtlich. Welche Bedeutung hat das Ehrenamt insgesamt für den Verein?
Das Ehrenamt ist unheimlich wichtig. Ohne das Ehrenamt geht gar nichts. Das habe ich ja unter anderem auch im Dezember anlässlich des Tags des Ehrenamts gesagt: Ehrenamt ist das Rückgrat und das Fundament des Vereins. Hier kann man nicht oft genug Danke sagen. Ich habe den größten Respekt vor allen, die ihre Aufgaben für Eintracht Frankfurt mit einer derart großen Leidenschaft ausüben und sich Tag für Tag in den Dienst dieses Vereins stellen – egal, ob als Mitglied in einem Gremium oder auch in den sporttreibenden Abteilungen, als Abteilungsleiterin oder Abteilungsleiter, an der Kuchentheke, als Fahrdienst oder Trainerin oder Trainer –, es gibt so viele unterschiedliche Formen von ehrenamtlichem Engagement. Gleichzeitig wissen wir, dass diese Arbeit nicht selbstverständlich ist, deswegen möchten wir das Ehrenamt noch attraktiver machen – durch Entlastung, klare Strukturen und eine Kultur, in der Menschen gerne Verantwortung übernehmen, weil sie spüren: Es lohnt sich, für diese Eintracht Zeit und Energie zu investieren.