Auf dem Weg in die Bundesliga
Im Jahr 1966 steckte die Tischtennis-Mannschaft der Eintracht in einer ernsten Krise. Erstmals seit dem zweiten Weltkrieg war die Herrenmannschaft nicht mehr erstklassig. Und das, ohne jemals abgestiegen zu sein.
Die Saison 1965/1966 war einfach nicht das Jahr der Eintracht. Mit dem vierten Platz in der Abschlusstabelle erreichte man die schlechteste Platzierung seit der Gründung der Oberliga im Jahr 1953. Gleichzeitig sollte nun auch noch die Bundesliga eingeführt werden. Zwar reichte der vierte Platz, um in der Qualifikationsrunde antreten zu dürfen, doch verpasste man dort die Chance, zum elitären Bundesliga-Kreis zu gehören.
So mussten die Adlerträger 1966/1967 in der nun zweitklassigen Oberliga antreten. Der Weg nach oben erschien sehr schwierig. Nach dem vierten Platz im Vorjahr musste das Team nun Meister werden, um an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teilnehmen zu dürfen. Von den vier Oberliga-Meistern sollten am Ende drei aufsteigen.
In Frankfurt setzte man dabei auf die altbewährten Kräfte Wolf Berger, Werner Haupt, Peter Hochstuhl, Horst Giehsel, Peter Westphal und Gundo Vollrath. Das Team startete auch vielversprechend mit Siegen gegen die Mannschaften aus Mainz, Kirchen, Rödelheim und Heringen, ehe im Spiel gegen Kassel der erste Punkt verloren ging. Mit vier weiteren Siegen beendeten die Herren die Vorrunde ohne Niederlage.
Zum Jahreswechsel wollte die Eintracht nichts mehr anbrennen lassen und verpflichtete den deutschen Nationalspieler und amtierenden Hessischen Vize-Meister Günter Köcher vom Lokalrivalen PPC Neu-Isenburg. Mit dieser Verstärkung blieb sie in der Rückrunde ungeschlagen und feierte am Ende der Saison die Meisterschaft in der Oberliga Südwest.
Bevor die Aufstiegsrunde begann, diskutierten die Vereine und der Verband heftig. Ursprünglich war eine Aufstockung der Bundesliga auf zehn Vereine sowie zwei Absteiger vorgesehen. Da der Verband jedoch erklärte, dass lediglich ein Verein absteigen solle, mussten die vier Oberliga-Meister nun drei Aufsteiger ausspielen.
In der nun folgenden Aufstiegsrunde traf die Eintracht auf die drei anderen Oberliga-Meister. Aus dem Norden qualifizierte sich der Berliner Vertreter Tennis-Borussia, der als Favorit dieser Gruppe angesehen wurde. Zweiter Meisterschaftsanwärter war die Frankfurter Eintracht, die wie die Berliner keine einzige Niederlage hatten hinnehmen müssen. Auf dem dritten Platz wurde der PSV Borussia Düsseldorf vermutet, während man Süd-Meister Sportbund Stuttgart kaum eine Chance zusprach.
Gleich im ersten Spiel erwartete die Eintracht die lange Fahrt nach Berlin zu einem Spiel, das bereits einen vorentscheidenden Charakter aufwies. In der Zonen-Stadt blieben die Adlerträger ohne Chance. Mit 4:9 kam man unter die Räder. Doch es zeigte sich, dass die Eintracht im vorderen Paarkreuz eine ungewöhnliche Stärke aufwies. Wolf Berger blieb ungeschlagen und Günter Köcher besiegte Prandke. Der Schock folgte beim Heimspiel gegen die Borussia aus Düsseldorf. Auch in diesem Duell sicherte das vordere Paarkreuz zwar drei Punkte, doch erneut verloren die Herren 4:9. Die Frankfurter schienen an den hinteren Brettern deutlich schwächer besetzt zu sein als vermutet wurde. Mit 0:4-Punkten fand sich die Eintracht am Tabellenende wieder.
In der Partie gegen Stuttgart ging es also fast um alles. Im letzten Hinrundenspiel trafen die beiden noch punktlosen Mannschaften aufeinander. Am Ende bestätigte sich die Einschätzung, dass die Süddeutschen in dieser Gruppe keinen Stich machen sollten. Die Eintracht siegte 9:2. Erst beim Stand von 7:0 für die Hessen erkämpften sich die Stuttgarter zwei Siege der Spieler von Klaudy und Peycke gegen Peter Hochstuhl und Reinhold Reuter.
In die Rückrunde startete die Eintracht mit einem weiteren Spiel gegen die Stuttgarter, das erneut 9:2 gewonnen wurde. Diesmal gaben Wolf Berger und das Doppel Berger/Hochstuhl die Punkte ab.
Die beiden Erfolge gaben der Eintracht die Möglichkeit, in den letzten beiden Partien befreit aufzuspielen. In Düsseldorf sicherte man sich ein 8:8-Unentschieden und im Heimspiel gegen Berlin gewann die Eintracht denkbar knapp mit 9:7. Erfolgreichster Spieler der Bundesliga-Aufstiegsrunde war der Frankfurter Günter Köcher, der in seinen zwölf Einzeln nur eine Niederlage gegen den Berliner Konieczka hinnehmen musste.