2001
Scherbenhaufen trotz großer Hoffnung

In die Saison 2000/01 ging die Eintracht mit Trainer Felix Magath, der es im Jahr zuvor geschafft hatte, den Klub trotz hoffnungsloser Aussichten und Punktabzug in der Liga zu halten. Und die neue Saison begann mit den üblichen Wellentälern. Hohen Siegen wie dem 3:0 gegen Unterhaching oder einem 4:0 gegen Hansa Rostock standen bittere Klatschen gegenüber. Eines der deprimierensten Spiele der Vereinsgeschichte war sicherlich das 1:6 bei den Amateuren des VfB Stuttgart in der Ersten DFB-Pokalrunde. Dennoch stand die Eintracht nach dem 2:1-Auswärtssieg bei den Bayern (dem bis dato letzten seiner Art) nach dem 13. Spieltag auf Platz fünf der Tabelle. Doch fünf Niederlagen in den nächsten fünf Spielen bei einem Torverhältnis von 3:14 brachten bis zur Winterpause den Absturz in den Tabellenkeller. Als auch im neuen Jahr gleich das erste Spiel gegen den 1. FC Köln im Waldstadion mit 1:5 in die Binsen ging, zog die Eintracht die Reißleine und stellte Trainer Magath frei. Wie es um das Verhältnis zwischen Magath und AG bestellt war, verdeutlicht ein Zitat des damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Reiner Gödel über den nun Ex-Trainer: „Er hatte uns bereits bei drei Gesprächen vor Weihnachten versprochen, dass er sich in seiner Persönlichkeit vor allem im Umgang mit den Spielern ändern wollte. Am Sonntag hat Herr Magath allerdings erklärt, er wolle wieder den alten Kurs gehen.“
 

Sportvorstand Rolf Dohmen übernahm zunächst den Trainerposten. Die folgenden Siege gegen Rostock und Cottbus erwiesen sich als Strohfeuer, hielten Dohmen aber im Amt. Sehenden Auges taumelte die Eintracht nun dem zweiten Abstieg entgegen. Nach nur drei Punkten aus den nächsten sechs Spielen ging die Zeit des Trainers Dohmen bei der Eintracht zu Ende. Wie zerrüttet das Verhältnis zwischen ihm und Teilen der Mannschaft war, illustriert ein Zitat von Rolf Christel Guie-Mien: „Dieser Trainer hat keine Ahnung. Er stellt Leute auf, die nicht in Form sind. Mit ihm steigen wir ab.“ Nach dem 2:5 in Freiburg übernahm Friedel Rausch den Trainerposten. Anders als 1980, als er die Eintracht zum UEFA-Cup-Sieg führte, war sein Engagement nicht von Erfolg gekrönt. Von sieben Spielen verlor er vier – das war zu wenig, um in der Liga zu bleiben. Wieder einmal war die Eintracht mit großen Hoffnungen gestartet, wieder einmal konnten die Bayern bezwungen werden und wieder einmal stand der Klub vor einem Scherbenhaufen. Der Abstieg wurde am vorletzten Spieltag in Wolfsburg besiegelt. Nach Abpfiff warfen vereinzelte Spieler ihre Trikots in die Menge der mitgereisten Fans. Das Leibchen von Guie-Mien flog postwendend zu ihm zurück. Unterdessen hatte Magath den VfB Stuttgart übernommen – und schaffte mit den Schwaben den Klassenerhalt.

Warum wir diesem Abstieg heute etwas Positives abgewinnen können?
Weil es Eintracht Frankfurt geschafft hat, trotz großer sportlicher und finanzieller Schwierigkeiten zurückzukommen und 20 Jahre später zum dritten Mal innerhalb von vier Spielzeiten in den internationalen Wettbewerb einzuziehen!